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Rassismus in Geschichte und Gegenwart

Eine interdisziplinäre Analyse. Festschrift für Walter Demel

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Edited By Ina Ulrike Paul and Sylvia Schraut

Rassismus als Ideologie der Ausgrenzung funktioniert transnational, interkulturell, global. Die gesellschaftliche Aktualität und Relevanz des Themas ist unbestritten. Biogeographischer Rassismus geht nicht selten mit Antisemitismus, Antifeminismus oder neuerdings Rechtspopulismus enge Verbindungen ein. Diese Verschränkung des Rassismus mit anderen „-ismen" der Moderne veranschaulicht die Interdisziplinarität der Beiträge in diesem Buch. Sie liefern einen weitgefächerten Überblick über die Ansätze und Methoden der Kultur- und Sozialwissenschaften im Umgang mit dem Forschungsthema „Rassismus". In Fallbeispielen werden die „Grundlagen des rassistischen Denkens" dargestellt und mit systematischem Zugriff der „Rassismus in seiner Verschränkung" bearbeitet.

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„Sündenbockabschlachtungen sind sehr bequeme Operationen“ Die Stimme einer bayerischen Adeligen zum Antisemitismus in der Prinzregentenzeit

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Abstract: The contribution centers on the polemic paper „The Antisemitism“, first anonymously published in Munich in 1894. It illustrates in a special way the rational argumentation of the opponents of antisemitism, which increasingly sought its irrational justifications in racial perceptions. The copy of the text is introduced in connection with the political and social role of antisemitism in the so-called Prince Regent Period of the Kingdom of Bavaria (between 1886 and the First World War). Editor (and possibly author) of the paper “The Antisemitism” was a Bavarian aristocrat, Viktorine Countess of Butler-Haimhausen (1811–1902), whose importance for the development of women’s rights, political journalism and in particular the concrete “People’s Welfare” and the practical social welfare at the end of the 19th century is still being underestimated.

Politischer und gesellschaftlicher Antisemitismus in Bayern vor 1914

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs, der Novemberrevolution und den Bürgerkriegsmonaten in der ersten Hälfte des Jahres 1919 ist eine signifikante Zunahme des radikalen Antisemitismus in Bayern verbunden. Die Geschichtswissenschaft hat dieses Phänomen, vor allem im Zusammenhang mit Forschungen zum Aufstieg des Nationalsozialismus vielfach thematisiert und analysiert. Dabei wurde Wilhelm Hoegners Feststellung, dass nach der „Niederwerfung der bayerischen Räterepublik“ der Judenhass im jungen Freistaat bedrohliche Formen annahm, umfassend bestätigt.1 Ein ←137 | 138→besonderes Kennzeichen dabei war das Anwachsen des völkisch-rassistischen Antisemitismus und die damit einhergehende Verdrängung religiöser oder ökonomischer Begründungen der Judenfeindschaft.

Die gefährliche Saat, die nach...

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