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Rassismus in Geschichte und Gegenwart

Eine interdisziplinäre Analyse. Festschrift für Walter Demel

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Edited By Ina Ulrike Paul and Sylvia Schraut

Rassismus als Ideologie der Ausgrenzung funktioniert transnational, interkulturell, global. Die gesellschaftliche Aktualität und Relevanz des Themas ist unbestritten. Biogeographischer Rassismus geht nicht selten mit Antisemitismus, Antifeminismus oder neuerdings Rechtspopulismus enge Verbindungen ein. Diese Verschränkung des Rassismus mit anderen „-ismen" der Moderne veranschaulicht die Interdisziplinarität der Beiträge in diesem Buch. Sie liefern einen weitgefächerten Überblick über die Ansätze und Methoden der Kultur- und Sozialwissenschaften im Umgang mit dem Forschungsthema „Rassismus". In Fallbeispielen werden die „Grundlagen des rassistischen Denkens" dargestellt und mit systematischem Zugriff der „Rassismus in seiner Verschränkung" bearbeitet.

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Eugenik in Deutschland und den Vereinigten Staaten, c.1900 bis 1933

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Abstract: This chapter investigates the evolution of eugenic discourses and practices in Germany and the United States from the turn of the century up to 1933. Contrary to earlier interpretations, which emphasize the centrality of the authoritarian state for the implementation of eugenic practices, the chapter identifies modernization and modernity as the driving forces of eugenics. It describes eugenics as a form of scientific racism. Eugenics emerged as a response to fundamental processes of social change in the latter part of the 19th century. Its vision was the establishment of a productive middle-class society, and the exclusion of individuals and social groups deemed unable to integrate. As such, it encompassed both conservative-reactionary and radically modernizing elements. The divergent paths which eugenics in Germany and the United States took after 1933 were certainly due to the emergence of national socialist dictatorship. At the same time, less radical forms of eugenic practices persisted because they reflected norms prevalent in middle-class societies.

Eugenik oder die zeitgenössische deutsche Übertragung „Rassenhygiene” geht auf den englischen Entdecker und Naturforscher Sir Francis Galton zurück, der den Begriff 1883 prägte und Eugenik definierte als die „Wissenschaft von der Verbesserung der Erbmasse, die sich mit allen Einflüssen beschäftigt, die in irgendeiner Weise den besseren Rassen oder Abstammungslinien Entfaltung und Durchsetzung über die weniger geeigneten bieten.”1 Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat die in ←283 | 284→vielfältigen Diskussionszusammenhängen geführte Auseinandersetzung um die bioethischen und moralischen Implikationen...

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