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Ich-Splitter

(Cross-)Mediale Selbstentwürfe in den Slawischen Kulturen

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Edited By Ingeborg Jandl and Gernot Howanitz

Der Sammelband „Ich-Splitter“ rückt (auto-)biografische Formen ins Blickfeld, die über die textuelle Erschließung des Selbst hinausgehen. Rekonstruktion, Fragmentierung und Brechung des Ich im (cross-)medialen Zusammenspiel unterschiedlicher Medien stehen im Zentrum dieses Bandes, der den (inter-) medialen Wegen der Selbstinszenierung und Selbstsuche in den slawischen Kulturen nachspürt. Schnittstellen zu anderen (Auto-)Biografien werden dabei oft bewusst als Rahmen aufgegriffen, der die Verortung des Ich unterstützt. Die Beiträge befassen sich mit süd-, ost- und westslawischen (Auto-)Biografie-Projekten und zeichnen so ein Panorama, das mediale Praktiken der Selbst-erschließung in ihrer konzeptuellen Systematik aufzeigt und darüber hinaus auf eine vielseitige Reise durch unterschiedliche slawische Lebenswelten und historische Kontexte einlädt.
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(Auto-)Biographie und Crossmedialität (Gernot Howanitz, Ingeborg Jandl)

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Gernot Howanitz & Ingeborg Jandl

(AUTO-)BIOGRAPHIE UND CROSSMEDIALITÄT

Selbstentwürfe können die unterschiedlichsten medialen Formen annehmen. Dieses Phänomen ist von der literaturwissenschaftlichen Slawistik in den letzten Jahren unter zwei verschiedenen Gesichtspunkten analysiert worden. Eine Strömung geht von der jeweiligen Autorin oder vom jeweiligen Autor aus: Es gibt Arbeiten zum „жизнетворчество“ / „Lebenskunst“ (Schahadat 2004), Selbstinszenierung (Tippner/Laferl 2014) und Mystifikation (Susanne Frank et al.). Untersucht wird „[d]er zum Zeichen gemachte Körper“ (Schahadat 2004, 459) ebenso wie literarische Fiktionen vom Schlage eines Ivan Petrovič Belkin. Mediale Prozesse sind dabei sowohl an der Dokumentation als auch der Ermöglichung performativer Selbstentwürfe beteiligt.

Die zweite Strömung geht hingegen vom Text aus; untersucht werden Biographien und Autobiographien slawischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller (Schmid 2000). Dabei wird das poststrukturalistische ‚Sägen‘ an den beiden Gattungen Biographie und Autobiographie mitgedacht, das drei Punkte betrifft, nämlich das monolithische Subjekt, die Trennung zwischen Autobiographie als subjektives Erinnerungsdokument und Biographie als objektiv-wissenschaftliche Lebensbeschreibung (auto/biography; life writing) sowie die Faktizität der (Auto-)Biographie.1 Dieses ‚Sägen‘ erlaubt es nun, Fiktionalität von (Auto-)Biographien, ihre intertextuellen und schließlich intermedialen Bezüge in den Blick zu nehmen. Es stellt sich nun die Frage, ob sich diese beiden Sichtweisen (subjektzentriert vs. textzentriert) nicht unter einen Hut bringen lassen – zumindest, was die medialen Verschränkungen betrifft. Ein Stück weit leistet dies das Konzept der Automedialität von Dünne und Moser, das einen „sich medial im Schreiben...

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