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Konflikt und Kooperation

Die Ostsee als Handlungs- und Kulturraum

Edited By Martin Göllnitz, Nils Abraham, Thomas Wegener Friis and Helmut Müller-Enbergs

Seit dem Ende des Kalten Krieges und der Erweiterung der Europäischen Union gerät der Ostseeraum als historische Einheit immer stärker in das Blickfeld von Wissenschaft und Öffentlichkeit. Eine intensive Beschäftigung mit dieser Region macht jedoch recht rasch deutlich, dass nicht nur die „eine Ostsee" existiert, sondern viele Ostseeräume, die in erster Linie durch Kooperationen und Konflikte, Handel und kulturelle Beziehungen sowie den daran beteiligten Protagonisten initialisiert und konstruiert werden.

In dem vorliegenden Band analysieren 23 ExpertInnen aus fünf Ostseeländern und Israel die durchaus unterschiedlichen Raumkonstruktionen und Verflechtungen innerhalb der Ostseeregion, die als ein spannungs- und konfliktreicher Handlungs- und Kulturraum verstanden wird.

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Dänemark zwischen Deutschland und Frankreich und die Situation im westlichen Ostseeraum 1870/71 (Jens E. Olesen)

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Jens E. Olesen

Dänemark zwischen Deutschland und Frankreich und die Situation im westlichen Ostseeraum 1870/71

Der Krieg 1864 ließ den dänischen Gesamtstaat zerfallen. Der Prozess hatte bereits 1814 mit dem Verlust Norwegens an Schweden begonnen – als ein Resultat der dänischen Unterstützung Napoleons. Auf den Frieden von Wien im Oktober 1864 folgte die dänische Abtretung der Herzogtümer Schleswig und Holstein samt Lauenburg an Preußen und Österreich. Der dänische Gesamtstaat büßte dadurch etwa zwei Fünftel seines Territoriums, verbunden mit einem entsprechend hohen Bevölkerungsanteil, ein. Die neue Grenze verlief jetzt entlang der Königsau bei Kolding, der jahrhundertealten Grenze zwischen Nordjütland und dem Herzogtum Schleswig, und in einer Linie südöstlich von Ripen.1

Das Herzogtum Schleswig stand seit dem 12. Jahrhundert in einem engen Lehnsverhältnis mit Dänemark und die nachfolgenden Könige waren stets bestrebt, diese Verbindung zu sichern und zu stärken. Der Unionskönig Erich von Pommern versuchte zu Beginn des 15. Jahrhunderts über Jahrzehnte vergeblich die dänischen Interessen durchzusetzen. Erst die Wahl Christians I. zum Landesherrn im Jahr 1460 vermochte die Herzogtümer durch das sogenannte „Oldenburgische Staatssystem“ an Dänemark-Norwegen zu binden. Die Territorien Schleswig und Holstein (Stichwort Vertrag von Ripen 1460: „up ewig ungedeelt“) sollten zu einem gewissen Grad eine Kompensation für Schweden darstellen, das sich nach dem Stockholmer Blutbad im Jahre 1520 aus der Kalmarer Union gelöst hatte, und...

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