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Zur Funktion und Bedeutung des Chors im zeitgenössischen Drama und Theater

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Edited By Paul Martin Langner and Joanna Gospodarczyk

Die Rückkehr des Chores in die Theaterstücke und Inszenierungen der Gegenwart macht erkennbar, eine wie hohe Aktualität dieses seit der Antike bekannte Strukturelement des Dramas hat. Dabei werden die antiken Formen für die Bedingungen der Gegenwart überarbeitet und wirkungsvoll weiterentwickelt. Die Beiträge des Bandes leuchten vielfältige Formen der Aneignung und Neubildung aus. Die Position des Chores zur Bühnenhandlung, seine Dimensionen, Artikulationsweisen, Bewegungsmomente werden ebenso in den Aufsätzen diskutiert, wie seine Stellung zur Geschichte und sein Beitrag zum Verhältnis von Individualität und Gemeinschaft. In den Ergebnissen des Bandes wird deutlich, von welcher Wichtigkeit der Chor für das gegenwärtige Drama und die aktuelle Theaterarbeit ist.

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Maja Dębska: „Sie haben den Ohren die Stille verboten“.

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Maja Dębska (Łódź)

„Sie haben den Ohren die Stille verboten“. Zur Rolle des Chors in der Chorphantasie von Gert Jonke

Abstract: Der Artikel fokussiert die Rolle des Chors im Stück Chorphantasie. Konzert für Dirigent auf der Suche nach dem Orchester (2003) von Gert Jonke. Diese zeigt sich als eine kritisch-bewertende Diagnose der konsumorientierten Gesellschaft und Klangverschmutzung des öffentlichen Raumes. In Form einer Litanei, des letzten Schreies gegen die Überflutung (Globalisierung) wird sie im letzten Akt fortgesetzt. Der mittlere Choreinsatz reist aus der Handlung und besingt Wandermotive Jonkes (Maler und Malerin). Für die Chorpartie gilt zusätzlich musikalische Referenz Fantasie in c-Moll, op. 80 von Ludwig van Beethoven.

Keywords: Gert Jonke, Ludwig van Beethoven, Chor, Parabese, Musikalität, Intertextualität, Textpartitur, Licht, Musikindustrie, Klangverschmutzung, der öffentliche Raum, Kommerz

Der Wirklichkeitsstatus in den Werken Gert Jonkes beruht auf Konvention. Er ist eine Vereinbarung und kann in Bezug auf die narrativen Strukturen immer wieder neu festgelegt werden.1 Die Handlung ist durch den hohen Grad an Abstraktion und Groteske gekennzeichnet. Die Inhaltsebenen seiner Stücke ergeben sich aus den intertextuellen Referenzen auf soziale Diskurse, philosophische Ansätze und vor allem aus dem Dialog der Künste. Eine Konstante, die Jonkes Werk durchzieht, ist das Wechselspiel von Literatur und Musik, welches Form und Inhalt seiner Texte multidimensional beeinflusst. Wie Jonke selbst sagte:

Ich möchte mit der Sprache nicht nur erzählen sondern auch Musik machen. Das ist mein Wunsch. So...

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