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Der Limes Saxoniae

Fiktion oder Realität? Beiträge des interdisziplinären Symposiums in Oldenburg/Holstein am 21. Oktober 2017

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Edited By Oliver Auge and Jens Boye Volquartz

In seiner um 1075 verfassten «Hamburger Kirchengeschichte» berichtet Adam von Bremen vom «Limes Saxoniae», der durch Karl den Großen und andere Kaiser eingerichtet worden sei. Eine im Jahr 2017 von der Kieler Abteilung für Regionalgeschichte durchgeführte Tagung «Der ‹Limes Saxoniae› – Fiktion oder Realität?» hinterfragte diesen Quellenbericht und damit die Grenzziehung überhaupt ausgehend von interdisziplinären Standpunkten der Archäologie, Sprach- und Geschichtswissenschaft. Der vorliegende Tagungsband bündelt die Beiträge und Diskussionen dieser Konferenz zu Aspekten wie der historischen Nachweisbarkeit der Existenz dieser sächsisch-slawischen Grenze, ihres möglichen Erscheinungsbildes oder den zeitgenössischen Grenzvorstellungen. Auch Fragen nach einer Fälschungsabsicht Adams, dem Slawenbild im Frühmittelalter und der späteren Rezeption des «Limes» finden sich darin wieder.

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Mark, Linie, Interaktionsraum – Archäologische Beobachtungen zum Limes Saxoniae und zur karolingisch-ottonischen Elbgrenze

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Abstract: This article deals with the Limes Saxoniae and the Carolingian-Ottonic Elbe frontier from an archaeological perspective. In conclusion, the border presents itself as a dynamic system of interactions or acts determined by varying power relations and dependencies. Constants were the castles which protected important bases in the settlement and communications landscape. Actions in the border area could be characterised by violence as archaeological traces of fighting and destructions illustrate. Nevertheless, the archaeological finds also prove the political approach that local authorities were exploited as an own instrument of domination – with the acceptance of the supremacy – and that the power enforced by military means were converted concurrently to legitimized rule by the integration of these authorities. No matter whether there were linear concepts of frontiers at times – it was primarily a contact and transitional zone with a complex interaction of institutions, buildings and actions.

Einleitung

Die Grenze zwischen den Siedlungsgebieten von Gruppen slawischer und germanischer Sprache im heutigen Norddeutschland zog sich im frühen Mittelalter durch den westlichen Elbraum über Holstein bis zur Ostseeküste;1 sie hatte sich von der Völkerwanderungszeit bis zum frühen Mittelalter ergeben und bildete weder eine dauerhafte siedlungsstrukturelle noch eine politische Scheidelinie. Gleichwohl bestanden hier im frühen und hohen Mittelalter auch herrschaftliche Grenzsituationen, weil Siedlungsbewegungen ebenso wie expandierende Mächte immer wieder auf geographische Konstanten, etwa große Flüsse, und Herrschaftsbildungen auf die Stammesstrukturen Bezug nahmen, die wiederum mit Sprachen zu tun hatten. So verschob...

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