Show Less
Restricted access

Ichbewusstsein – Gruppenbewusstsein

Die Energiebasis und ihre logischen Folgen

Sander Wilkens

Die Weltgeschichte hat einige Kehren – und Kehrseiten – erlebt, theoretisch dreht sie sich noch immer um das Einzelbewusstsein. Praktisch trifft dies nicht mehr zu, seit einigen Dezennien hat das Gruppenbewusstsein das Zentrum übernommen. Das einzelne oder individuelle hat sich ihm nach- oder unterzuordnen, es mag auch das gemeinschaftliche heißen. Warum das möglich ist, und beides zugleich, der Wandel und sein ganz anderer, geradezu gegenteiliger Anschein, hat mehrere Gründe. Der erste ist die fundamentale Basis, die Energie. Es gilt, selbige ins Zentrum zu heben, dabei aber nicht auf die naturwissenschaftliche (genetische oder neurologische) zu beschränken. Die anderen Gründe haben allesamt mit der Logik zu tun, dem Schlüssel, der an und für sich der Philosophie gebührt.

Show Summary Details
Restricted access

Vorbemerkung II

Extract



1.  Warum Ich- versus Gruppenbewusstsein

An dieser Stelle ist eine weitere kleinere Erörterung nötig, um – nach der ersten Vorbemerkung – das Thema der Vorlesung zu begründen. Warum die Gegenüberstellung von Ich- versus Gruppenbewusstsein? Das Bewusstsein ist seit der Neuzeit darauf festgelegt worden, ein Einzelwesen zu repräsentieren, und sobald dieses der Bedingung unterliegt, sich zu reflektieren und insbesondere reflektieren zu müssen, um sich nachzuweisen und seine Existenz zu bekunden, dann geht es in die Rede der ersten Person Singular über, es bekundet sich demnach als ein Ichbewusstsein. Die entsprechenden Passagen in den Schriften von, etwa, Descartes, Leibniz bis Kant seien an dieser Stelle erlassen – oder eben stillschweigend eingesetzt. Nun kann aber kein Zweifel bestehen, dass sich das Bewusstsein in seiner vielfältigen Funktion nicht darauf festlegen lässt, stets nur ein Einzelbewusstsein zu repräsentieren. Als ob es nicht auch wesentliche Formen kennt, in der es von vornherein pluralisch in Erscheinung tritt oder eine pluralische Funktion ausübt. Die wesentliche Form steht also auf dem Prüfstand, ob sie nicht auch primär, unmittelbar oder, um den Fachterminus zu wählen, a priori sein kann. Sollte dies der Fall sein, wäre hier zumindest eine Ergänzung der klassischen Philosophie anzubringen. Nun dürfte für die Vorlesung vorauszusetzen sein, dass diese Ergänzung gilt, dies heißt, das pluralische Bewusstsein ist eine natürliche, unvermittelte Tatsache oder das menschliche Bewusstsein ist aufgrund seiner natürlichen Beschaffenheit imstande, diese Bedingung zu erf...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.