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Die Abwertung des Anderen mittels Sprache im Amateurfußball

Ein soziolinguistischer Vergleich in Deutschland und Frankreich

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Florian Koch

«Kanake» oder «Kartoffel»? Wörter beschreiben mehr als einzelne Objekte. Wörter teilen ein, grenzen aus und werten ab. Das soziale Phänomen der alltäglichen verbalen Gewalt stellt der Band am Beispiel des Amateurfußballs in Deutschland und Frankreich explorativ dar. Der Autor veranschaulicht, dass verbale Gewalt im Amateurfußball in beiden Ländern weit verbreitet ist. Die Mehrheit der berichteten konkreten verbalen Gewalt lässt dabei auf Gruppenbezogene Menschenfeindliche Einstellungen schließen. Hierbei überwiegen sexistische Beleidigungen. Zudem zeigen die Ergebnisse, dass der Schiedsrichter verbale Gewalt höchst unterschiedlich bewertet. Landesspezifische Konflikte schlagen sich hingegen nicht signifikant bei der Bewertung von verbaler Gewalt durch den Amateurschiedsrichter nieder. Vielmehr kann angenommen werden, dass das Regelwerk der FiFA Richtschnur deutscher und französischer Amateurschiedsrichter ist.

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2 Methodik

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2.1 Einführende Bemerkungen zum methodischen Vorgehen

„Wir können Fremdes nur verstehen, wenn wir es mit Vertrautem in Beziehung setzen. Jede empirische Forschung, jede Form der Theoriebildung braucht den Vergleich.“ (Alheit 1999, S. 6)

Die vorliegende Untersuchung ist zuvorderst ein deutsch-französischer soziolinguistischer Vergleich. Die Annahme ist, dass durch den Vergleich von Sprachen bzw. Sprachvarietäten präzise Aussagen über spezifische sozio-ökonomische Problemlagen und deren Konsequenzen für die Sozialstruktur getroffen werden können (vgl. Schlieben-Lange 1973, S. 14) (ausführlich, vgl. 3.1.2).

Das Ziel dieser Arbeit ist es, in Anlehnung an den Forschungsstil der Grounded Theory (vgl. v.a. Alheit 1999; Glaser und Strauss 1967), das soziale Phänomen der Abwertung des Anderen mittels Sprache im Amateurfußball in Deutschland und Frankreich mit größtmöglicher Offenheit zu erkunden und empiriegestützt zu erforschen. Dafür wurden insgesamt sieben Vorstudien mit unterschiedlichen Fragestellungen, Forschungsstrategien (qualitative und quantitative Forschung sowie Mixed Methods Ansatz) und Forschungsmethoden (schriftliche Befragung, Online-Befragung, diachrone Sprachanalyse) zum Forschungsthema gemeinsam mit unterschiedlichen Forschern (Sabine Bastian, Marie-Anne Berron) durchgeführt (vgl. Tab. 2).

Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass die Vorstudien als umfangreiche Vortests angesehen werden können und sowohl zur Verfeinerung der Forschungsfragen, des theoretischen Vorverständnisses als auch der Forschungsmethoden beitragen (vgl. Flick 2014, S. 411ff.; Strübing 2014b, S. 13) (ausführlich, vgl. 2.4).

Diese Vorstudien wurden zudem bei interdisziplinären und internationalen Konferenzen vorgetragen, u.a. auf der jährlich unter der...

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