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Die Abwertung des Anderen mittels Sprache im Amateurfußball

Ein soziolinguistischer Vergleich in Deutschland und Frankreich

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Florian Koch

«Kanake» oder «Kartoffel»? Wörter beschreiben mehr als einzelne Objekte. Wörter teilen ein, grenzen aus und werten ab. Das soziale Phänomen der alltäglichen verbalen Gewalt stellt der Band am Beispiel des Amateurfußballs in Deutschland und Frankreich explorativ dar. Der Autor veranschaulicht, dass verbale Gewalt im Amateurfußball in beiden Ländern weit verbreitet ist. Die Mehrheit der berichteten konkreten verbalen Gewalt lässt dabei auf Gruppenbezogene Menschenfeindliche Einstellungen schließen. Hierbei überwiegen sexistische Beleidigungen. Zudem zeigen die Ergebnisse, dass der Schiedsrichter verbale Gewalt höchst unterschiedlich bewertet. Landesspezifische Konflikte schlagen sich hingegen nicht signifikant bei der Bewertung von verbaler Gewalt durch den Amateurschiedsrichter nieder. Vielmehr kann angenommen werden, dass das Regelwerk der FiFA Richtschnur deutscher und französischer Amateurschiedsrichter ist.

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3 Theoretische Grundlagen

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„A third corollary pertains to how fruitful insights can be gotten from existing theory.“ (Glaser und Strauss 1967, S. 253)

Im Folgenden werden nach einführenden Bemerkungen über die phylogenetischen Voraussetzungen der menschlichen Sprachfähigkeit (3.1) sowie grundlegende Annahmen zentraler sprachwissenschaftlicher Teildisziplinen wie der Semiotik (3.1.1), der Soziolinguistik (3.1.2) und der kontrastiven Soziolinguistik (3.1.3) prominente Konzepte aus den Sozial- und Sprachwissenschaften, die das theoretische Fundament für eine darauf aufbauende empiriegestützte, gegenstandsbezogene Theorie mittlerer Reichweite bilden, vorgestellt und miteinander verknüpft.

Zentral ist dabei die Annahme, dass, obwohl in Anlehnung an die Grounded Theory größtmögliche Offenheit zum Forschungsgegenstand gewährleistet wird, das Vorwissen hauptsächlich im Entdeckungszusammenhang in einen „diffus teleologischen“ Forschungsprozess einfließt (vgl. Alheit 1999, S. 7).58

Um auf das zu untersuchende soziale Phänomen – die Abwertung des Anderen mittels Sprache im Amateurfußball – einen unverstellten eklektischen Zugang zu ermöglichen, ist diese Untersuchung interdisziplinär und evolutionär angelegt.

Die vorgestellten grundlegenden theoretischen Überlegungen werden weiterhin stetig weiterentwickelt. „Weiterhin“ meint, dass alle vorgestellten Konzepte in unterschiedlichen empirischen Vorstudien bereits erarbeitet und teils empirisch überprüft wurden (vgl. Tab. 2).59

Grundlegend ist weiterhin, dass neben der Anwendung verschiedener Methoden im Sinne der Triangulation sich auch theoretische Konzepte gegenseitig ergänzen und neue theoretische Erkenntnisse in Bezug auf das zu untersuchende soziale Phänomen hervorbringen (vgl. Flick 2010, S. 281).



Abb. 10: Theorietriangulation am Forschungsgegenstand.

Abb....

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