Show Less
Restricted access

Zbigniew Herbert und Österreich

Series:

Edited By Przemysław Chojnowski

Es besteht kein Zweifel darüber, dass die internationale Karriere Zbigniew Herberts Mitte der 1960er Jahre in Österreich begann. Die Idee des vorliegenden Buches entstand im Rahmen des literarischen Abends «Auf den Spuren von Zbigniew Herbert in Österreich» der am Vorabend des in Polen begangenen Zbigniew-Herbert-Jahres 2018 in Wien stattfand. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der österreichische Kontext im Werk des polnischen Autors (1924–1998), dessen Familie aus England stammend über Wien in die Hauptstadt Galiziens Lemberg kam. Der Band widmet sich ausgewählten Texten Herberts und geht auf zum Teil wenig bekannte Fakten aus der Biographie des Lyrikers und Essayisten ein, die dessen enge Verbindungen zu Österreich belegen.

Show Summary Details
Restricted access

Henryk Citko: Wichtige Treffen. Zeittafel der Aufenthalte Herberts in Österreich

Wichtige Treffen.

Zeittafel der Aufenthalte Herberts in Österreich

Extract

Henryk Citko

Zbigniew Herbert verbringt in Wien etwas mehr als einen Tag. Er kommt am 23. Mai nachmittags mit dem Zug an und wohnt vermutlich bei seinem Cousin Roman Herbert, zu dem drei Wochen früher Herberts Mutter Maria zu Besuch gekommen ist. Am nächsten Tag besichtigt er die österreichische Hauptstadt, am Abend reist er mit dem Zug über Straßburg nach Paris, wo sein erster langer Aufenthalt im Westen beginnt, der nahezu zwei Jahre lang dauert. [Am 21. April 1959 wird Herberts Hörspiel Das andere Zimmer (Produktion des ORF Wien, übers. Heinrich Kunstmann, Regie Julius Filip) ausgestrahlt]1.

In Österreich beendet Herbert einen langen Aufenthalt im Westen, er war ab Juli 1963 in England, Frankreich, Italien, Griechenland und Deutschland. Gemeinsam mit Karl Dedecius fliegt er von Frankfurt/Main nach Wien, wohnt im Hotel Wandl am Petersplatz. Am 6. November präsentieren beide im Palais Palffy bei einem Leseabend, der von der Österreichischen Gesellschaft für Literatur veranstaltet wird, neue polnische Dichtung unter dem Titel „Namen der Unruhe. Neue polnische Lyrik seit 1956“. Herbert liest zum ersten Mal seine Gedichte vor einem deutschsprachigen Publikum. In Wien lernt er den Literaturkritiker, Gründer und langjährigen Leiter der ÖGfL, Wolfgang Kraus kennen, der in den nächsten Jahrzehnten zum wichtigsten Förderer seiner Werke in Österreich wird. Er besichtigt Museen und arbeitet in Bibliotheken, wo er Material über die Normannen auf Sizilien findet. Er lernt Prof. Günther Wytrzens, den Vorstand des Instituts für Slawistik...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.