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Staatenlexikon Europa

Geographie, Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft

Edited By Andreas Dittmann and Wolfgang Gieler

Das Staatenlexikon vermittelt grundlegende Kenntnisse zu Geographie, Kultur, Politik und Wirtschaft der Staatenwelt Europas. In alphabetischer Reihenfolge – von Albanien bis Zypern – werden insgesamt 50 Staaten behandelt. Die Besonderheit des Lexikons besteht in der Analyse gegenwärtiger gesellschaftspolitischer und ökonomischer Entwicklungen als historisch bedingten Prozessen. In kompakter Form werden Informationen auf aktuellem Stand über die Bedingungen und Strukturen, Interessen und Ziele der Politik der Staaten Europas untereinander und in der internationalen Arena geboten. Zielgruppen sind vor allem Wissenschaftler, Studierende, Dozenten, Journalisten und sonstige Mittler politischer Bildung sowie alle politisch Interessierten. Ein Grundlagenwerk, das zur differenzierten Beurteilung Europas im Wandel beiträgt. Dabei wird der Begriff «Europa» räumlich großzügig interpretiert und auch über Ost- und Südosteuropa hinaus bis zum Kaukasus ausgedehnt.

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Deutschland (Martin Schwarz)

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Martin Schwarz

Deutschland

Naturraum und geographische Rahmenbedingungen

Die Lage Deutschlands in Europa ist das Ergebnis eines langen historischen Prozesses, der in seiner Gesamtheit so unterschiedliche (Staats-)Gebilde wie das Heilige Römische Reich deutscher Nation (bis 1806), den Deutschen Bund (bis 1871), das Deutsche Kaiserreich (bis 1918), die Weimarer Republik (bis 1933) und das Dritte Reich (bis 1945) abbildet, danach die doppelte Staatsgründung von BRD und DDR sowie den Verlust von Teilen des früheren Staatsgebietes verinnerlicht, durch den Kalten Krieg und die europäische Integration kontrastiert wird und letztlich ab 1990 in der Wiedervereinigung Deutschlands mündet. Jede dieser Veränderungen hatte nicht nur unmittelbare Folgen für die territorialen Grenzen, sondern erschwert auch eine präzise Verortung der Staatswerdung einer deutschen Nation, die von daher eigentlich erst seit dem Umbruch der frühen 1990er-Jahre als hinreichend saturiert gelten kann. Kein Wunder also, dass Deutschland in der Folge des langen 19. Jahrhunderts als verspätete Nation gilt, die erst mühsam ihren Platz im Haus Europas finden musste. Das heutige Staatsgebiet grundiert auf den Strukturen, die maßgeblich durch das Grundgesetz, den Zwei-plus-Vier-Vertrag (12.09.1990) und zuletzt auch durch den Deutsch-Sowjetischen Freundschaftsvertrag (09.11.1990) definiert werden. Infolge der genannten historischen Prozesse grenzt Deutschland an neun Nachbarstaaten, woraus sich eine Gesamtgrenzlänge von 3.714 km errechnen lässt. Rein flächenmäßig ist Deutschland mit 357.341 km2 nach Frankreich, Spanien und Schweden das viertgrößte Land in der EU. Im Norden bilden...

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