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Staatenlexikon Europa

Geographie, Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft

Edited By Andreas Dittmann and Wolfgang Gieler

Das Staatenlexikon vermittelt grundlegende Kenntnisse zu Geographie, Kultur, Politik und Wirtschaft der Staatenwelt Europas. In alphabetischer Reihenfolge – von Albanien bis Zypern – werden insgesamt 50 Staaten behandelt. Die Besonderheit des Lexikons besteht in der Analyse gegenwärtiger gesellschaftspolitischer und ökonomischer Entwicklungen als historisch bedingten Prozessen. In kompakter Form werden Informationen auf aktuellem Stand über die Bedingungen und Strukturen, Interessen und Ziele der Politik der Staaten Europas untereinander und in der internationalen Arena geboten. Zielgruppen sind vor allem Wissenschaftler, Studierende, Dozenten, Journalisten und sonstige Mittler politischer Bildung sowie alle politisch Interessierten. Ein Grundlagenwerk, das zur differenzierten Beurteilung Europas im Wandel beiträgt. Dabei wird der Begriff «Europa» räumlich großzügig interpretiert und auch über Ost- und Südosteuropa hinaus bis zum Kaukasus ausgedehnt.

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Rumänien (Johann-Bernhard Haversath)

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Johann-Bernhard Haversath

Rumänien

Naturraum und geographische Rahmenbedingungen

Als Flächenstaat im Südosten der EU übertrifft Rumänien an Größe und Einwohnern seine Nachbarländer des Karpaten- und Balkanraums (Ungarn, Bulgarien, Serbien), in der Wirtschaftskraft allerdings rangiert es nur knapp vor Bulgarien und deutlich hinter Ungarn sowie dem entfernteren Griechenland. Doch erst der Blick zu den östlichen Nachbarn jenseits des EU- und NATO-Raums lässt die Besonderheit und Brisanz seiner Lage deutlich werden: Das Wirtschafts- und Wohlstandsgefälle zur Ukraine und zu Moldawien, gemessen mit komplexen Wirtschafts- und Entwicklungsindikatoren (Kaufkraftparität bzw. Grad der menschlichen Entwicklung), ist gewaltig und trennt wie ein Limes benachbarte Staaten voneinander.

Bereits die erste grobe Einschätzung zeigt also eine geopolitisch markante Lage, die durch weitere Spezifika gesteigert wird: Erstens bestehen die heutigen Landesgrenzen erst seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs; im 19. und 20. Jh. gab es zahlreiche Veränderungen des territorialen Zuschnitts, die mitunter nur wenige Jahre galten. Zweitens waren es konkurrierende nationalstaatliche Ansprüche, die vor allem zwischen Rumänien und Ungarn zu Spannungen führten und erst im Rahmen der EU-Beitrittsverhandlungen vertraglich gelöst werden konnten. Drittens stellt die heutige politische Konsolidierung nur eine Momentaufnahme dar.

Aus geologischer Sicht bildet die Dobrudscha, das Land am Schwarzen Meer, mit ihrem Grundgebirge den ältesten Teil Rumäniens. Es entstand während der vorletzten, der variszischen Gebirgsbildung zwischen 420 und 240 Mio. Jahren im Erdmittelalter. Durch nachfolgende Verwitterung wurde...

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