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Diachrone Migrationslinguistik: Mehrsprachigkeit in historischen Sprachkontaktsituationen

Akten des XXXV. Romanistentages in Zürich (08. bis 12. Oktober 2017)

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Edited By Roger Schöntag and Stephanie Massicot

Der Band vereinigt Beiträge der Sektion Diachrone Migrationslinguistik: Mehrsprachigkeit in historischen Sprachkontaktsituationen des XXXV. Romanistentages zum Thema Dynamik, Begegnung, Migration. Der Fokus liegt dabei auf der Herausarbeitung von pluridimensionalen Sprachkontaktsituationen im Migrationskontext. Die bearbeiteten Zeiträume reichen dabei vom Frühmittelalter bis in die Gegenwart. Insbesondere historisch weiter zurückliegende migrationsbedingte Sprachkontaktszenarien bedürfen zu ihrer adäquaten Erfassung einer spezifischen Herangehensweise. Kernanliegen des Buches ist es deshalb, die prinzipielle Breite vielschichtiger Migrations- und Kontaktszenarien in allen Epochen der Geschichte darzustellen.

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Thomas Scharinger: Migrationslinguistische Überlegungen zur France italienne des 17. Jahrhunderts im Spiegel zeitgenössischer Memoiren und Reiseberichte

Migrationslinguistische Überlegungen zur France italienne des 17. Jahrhunderts im Spiegel zeitgenössischer Memoiren und Reiseberichte

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Thomas Scharinger(Jena)

This paper deals with the presence of the Italian language in seventeenth-century France. Unlike many former studies, it does not focus on the impact of Italian as a literary and vehicular language, but aims at shedding light on its role as an immigrant language. Based on demographic data from socio-historical works on Italian immigrants in early modern France as well as on metalinguistic comments from both French and Italian diaries, memoirs, and travel reports written mostly by contemporaries of Marie de Médicis and Jules Mazarin, the study tries to reconstruct the vitality of Italian in the so-called France italienne. The findings show that the immigrants’ language remained highly vital while its frequent use in intra-group social networks sometimes even slowed the acquisition of French.

In den letzten Jahren hat die italienische Sprachgeschichtsschreibung ein beachtliches Interesse an der Verbreitung des Italienischen außerhalb Italiens und seinem Einfluss auf andere Sprachen entwickelt, wobei sich die Forschung bisher vor allem seiner Rolle als Literatursprache in den großen Kulturnationen des frühneuzeitlichen Europas sowie seiner Verwendung als Verkehrssprache im Mittelmeerraum, insbesondere im Osmanischen Reich, gewidmet hat.1 Dass das Italienische daneben auch als Muttersprache italienischer Emigranten in zahlreiche Länder „exportiert“ wurde, wird zwar immer erwähnt, Studien zur Bedeutung des Italienischen als Migrantensprache sind aber – zumindest was das Mittelalter und die Frühe Neuzeit anbelangt2 – bis heute selten.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass die einschlägigen Überblicksdarstellungen zum italiano fuori d’Italia (cf....

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