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Zweisprachigkeit und das semantische Lexikon

Gezielte, sprachspezifische Förderung und Therapie in der Kita und Grundschule

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Claudia Wahn

Das vorliegende Buch stellt evaluierte Förder- und Therapieformate zum Auf- und Ausbau des semantischen Lexikons zweisprachiger Kinder vor. Darüber hinaus möchte es den LeserInnen Anregungen für die praktische Umsetzung und Gestaltung von Einzel- und Gruppensituationen geben. Eine entsprechende theoretische Verortung mit dem Ziel des Praxistransfers auf der Basis von Evidenzbasierung soll nicht fehlen, v.a. da Zweisprachigkeit in der Sprachförderung und Sprachtherapie eine weitgehend ungenutzte Ressource darstellt. Zweisprachigkeit sollte in Deutschland nicht länger als Nachteil für die Bildungsentwicklung von Kindern gesehen werden, sondern als Vorteil im Spracherwerb, den es in den unterschiedlichen Institutionen des deutschen Bildungs- und Gesundheitssystems gezielt zu nutzen gilt.

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Einleitung

Einleitung

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Bereits 1999 haben Rothweiler und Meibauer darauf hingewiesen, dass die Wortschatzentwicklung und Wortschatzerweiterung von der Forschung im deutschen Sprachraum recht stiefmütterlich behandelt wird (Rothweiler & Meibauer 1999). Zwar ist seit den letzten Jahren eine Zunahme an Arbeiten zum Wortschatz zu verzeichnen, die insbesondere den Erwerb und Ausbau des frühkindlichen Lexikons betreffen (Rothweiler 2003; Rothweiler & Kauschke 2007; Kauschke u.a. 2010), dennoch liegen bis heute keine umfassenden deutschen Korpora zur Kindersprache vor, die als Vergleichsgrundlage zur Beurteilung des Wortschatzes von Kindern, die älter als drei Jahre sind, herangezogen werden könnten. So überrascht es auch nicht, dass die zur Förderung des Wortschatzes bzw. zur Behandlung semantisch-lexikalischer Störungen notwendigen Diagnoseinstrumente, Förder- und Therapieverfahren bisher nur in kleiner Anzahl vorhanden sind. In Einrichtungen, wie z.B. Kitas wird der Wortschatz zwar fokussiert, wobei dieser in der Regel Gegenstand der allgemeinen sprachlichen Bildung ist oder aber er ist Gegenstand einer allgemeinen, unspezifischen Sprachförderung, wenn eine Förderung notwendig ist. Die Maßnahmen bleiben jedoch eher unspezifisch. Ist eine Therapie notwendig, findet häufig die Methode der semantisch-phonologischen Elaboration (Glück, 2003) Anwendung, die als „Klassiker“ für den Wortschatzaufbau und die Wortschatzerweiterung gilt, jedoch nur mit Blick auf einsprachige Kinder beschrieben ist. Bei dieser Vorgehensweise unterstützt der/ die TherapeutIn den Wortschatzaufbau durch ein Angebot phonologischer und semantischer Merkmale für einzelne Wörter (z.B. Vorsprechen neuer Wörter in Silbensprache u.a. durch eine Handpuppe, das Kind soll „übersetzen“ bzw. erraten, was die Handpuppe gesagt hat) und Einbettung in...

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