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Zweisprachigkeit und das semantische Lexikon

Gezielte, sprachspezifische Förderung und Therapie in der Kita und Grundschule

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Claudia Wahn

Das vorliegende Buch stellt evaluierte Förder- und Therapieformate zum Auf- und Ausbau des semantischen Lexikons zweisprachiger Kinder vor. Darüber hinaus möchte es den LeserInnen Anregungen für die praktische Umsetzung und Gestaltung von Einzel- und Gruppensituationen geben. Eine entsprechende theoretische Verortung mit dem Ziel des Praxistransfers auf der Basis von Evidenzbasierung soll nicht fehlen, v.a. da Zweisprachigkeit in der Sprachförderung und Sprachtherapie eine weitgehend ungenutzte Ressource darstellt. Zweisprachigkeit sollte in Deutschland nicht länger als Nachteil für die Bildungsentwicklung von Kindern gesehen werden, sondern als Vorteil im Spracherwerb, den es in den unterschiedlichen Institutionen des deutschen Bildungs- und Gesundheitssystems gezielt zu nutzen gilt.

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3 Methoden zur Förderung und Therapie des semantisch-lexikalischen Systems

3 Methoden zur Förderung und Therapie des semantisch-lexikalischen Systems

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In der Sprachtherapie bzw. Logopädie existiert eine Vielzahl von Methoden zur Behandlung von Störungen und Risiken auf den unterschiedlichen Spracherwerbsebenen. So gibt es direkte Methoden, die der Bewusstmachung des Therapiegegenstandes und der expliziten Vermittlung der Therapieinhalte dienen, z.B. durch Erfragen der Bedeutung. Dieses Vorgehen steht dabei nicht in Widerspruch zum natürlichen Spracherwerb, denn das Kind erhält über die sogenannten Strategieansätze quasi das Handwerkszeug für den eigenen Spracherwerb. Neben den direkten Methoden existieren auch indirekte Methoden, die vor allem in der frühen Förderung und Therapie zum Einsatz kommen. Der Therapiegegenstand wird dabei noch nicht sprachlich-strukturiert bewusst gemacht. Vielmehr erfolgt die Erarbeitung des Therapiegegenstandes implizit im Rahmen von Handlungen oder Rollenspielen etc. Beide methodische Zugänge schließen sich im Rahmen von Interventionen nicht aus.

Eine Methode, die der expliziten bzw. sprachlich-strukturierten Vermittlung von Therapieinhalten dient und als „State of the Art“ in der Therapie semantisch-lexikalischer Störungen gilt, ist die semantisch-phonologische Elaboration. Das allgemeine Therapieziel beim Einsatz dieser Methode besteht in der Verbesserung der Aufnahme von Wörtern (Elaboration), des Abrufs, des bewussten Umgangs mit Wörtern sowie mit eigenen Wortgedächtnisleistungen (Strategie). Spezifische Ziele bestehen v.a. in der Vermehrung der Einträge im mentalen Lexikon zur Erweiterung des Wortschatzes, Ausdifferenzierung des semantischen Wissens zu den jeweiligen Einträgen, Vernetzung der Einträge untereinander, Ausbildung qualitativ hochwertiger phonologischer Repräsentationen sowie in der Förderung des automatisierten Abrufs durch eine hoch differenzierte Speicherung (vgl. Mayer, 2008; vgl. Glück, 2009; vgl....

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