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Zweisprachigkeit und das semantische Lexikon

Gezielte, sprachspezifische Förderung und Therapie in der Kita und Grundschule

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Claudia Wahn

Das vorliegende Buch stellt evaluierte Förder- und Therapieformate zum Auf- und Ausbau des semantischen Lexikons zweisprachiger Kinder vor. Darüber hinaus möchte es den LeserInnen Anregungen für die praktische Umsetzung und Gestaltung von Einzel- und Gruppensituationen geben. Eine entsprechende theoretische Verortung mit dem Ziel des Praxistransfers auf der Basis von Evidenzbasierung soll nicht fehlen, v.a. da Zweisprachigkeit in der Sprachförderung und Sprachtherapie eine weitgehend ungenutzte Ressource darstellt. Zweisprachigkeit sollte in Deutschland nicht länger als Nachteil für die Bildungsentwicklung von Kindern gesehen werden, sondern als Vorteil im Spracherwerb, den es in den unterschiedlichen Institutionen des deutschen Bildungs- und Gesundheitssystems gezielt zu nutzen gilt.

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6 Zweisprachigkeit als weitgehend ungenutzte Ressource bei sprachspezifischen Interventionen?

6 Zweisprachigkeit als weitgehend ungenutzte Ressource bei sprachspezifischen Interventionen?

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Zweisprachigkeit als ungenutzte Ressource wird in der aktuellen Diskussion vor allem vor dem Hintergrund externer Faktoren thematisiert.

So weist Buschmann (2016) auf die Elternpartizipation als bisher weitgehend ungenutztes Potential in der Elternarbeit hin. Folgt man der Autorin fehlt den meisten Sprachfördermaßnahmen die intensive und systematische Zusammenarbeit mit Eltern sowie deren aktiver Einbezug in die sprachliche Förderung der Kinder (vgl. Buschmann 2016: 364). Betrachtet man den Spracherwerb unter sozial-kommunikativen Aspekten sind Eltern und andere Bezugspersonen des Kindes wichtige Inputgeber für dessen Spracherwerb, steuern durch Triangulierung (gemeinsamer Aufmerksamkeitsfokus von Kind und Eltern auf ein Objekt etc.), haben eine sprachliche Vorbildfunktion (wichtig für Aspekte des Imitationslernens beim Spracherwerb) und verbringen nicht zuletzt die meiste Zeit mit dem Kind. Dass eine Zusammenarbeit mit Eltern sehr erfolgreich sein kann, konnte Buschmann (2011) in einer randomisiert kontrollierten Studie (RCT-Studie) zum „Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung“ bereits 2011 nachweisen. Dieses Potential der aktiven Elternbeteiligung bleibt jedoch weitgehend ungenutzt, unabhängig davon, ob es sich um die Sprachförderung von ein- oder mehrsprachigen Kindern handelt (vgl. Buschmann 2016: 365). Dieses Faktum ist insofern interessant, als in den vergangenen Jahren bundesweit zahlreiche Initiativen gestartet wurden, um Kinder beim Erwerb der deutschen Sprache zu unterstützen (vgl. Buschmann 2016: 364). In diesem Kontext sind zunächst Sprachförderprogramme entstanden, mit denen die Altersgruppen der Vorschul- und Schulkinder beim Erwerb formalsprachlicher Strukturen unterstützt wurden. Die Erfolge dieser Maßnahmen stellten sich jedoch wider Erwarten nicht ein (ebd.). Auch der Vergleich linguistisch...

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