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Grenzen des Wachstums

Eine Annäherung in 16 Essays

Edited By Andreas Koch and Martina Winkler

Die aktuellen Debatten zeigen, wie schwierig es ist, Grenzen zu ziehen und Grenzwerte festzulegen. Ohne Grenzen jedoch, fehlen uns Orientierung und Positionierung. Viele Grenzen unseres alltäglichen Lebens sind nicht von Natur aus vorgegeben, sie unterliegen vielmehr einem aktiven und partizipativen Aushandlungsprozess. Die Schwierigkeit der Grenzziehung zeigt sich vor allem beim Begriff des Wachstums. Der vorliegende Band nimmt sich der Herausforderung an, Grenzen des Wachstums in den Bereichen Ökonomie, Medien, Kommunikation, Migration und Gesellschaft in essayistischer Weise aufzuzeigen.

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Vorwort

Vorwort

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Grenzen markieren einen Unterschied. Jede Erfahrung von „hier“ und „dort“, von „gestern“ und „morgen“ oder „Zugehörigkeit“ und „Ausschluss“ hat ihre Ursache in einer Grenzziehung. Die durch eine Grenze markierte Unterscheidung folgt dabei einer dialektischen oder dreiwertigen Logik: „Sie enthält ihre beiden Seiten und die Trennung zwischen diesen beiden Seiten“, wie Dirk Baecker in seinem Buch „Wozu Systeme?“ schreibt. Dieser Logik folgend, richten wir unseren Blick auf das Diesseits (oder das System) und das Jenseits (oder die Umwelt) eines Phänomens und versuchen, die Grenze zu entdecken, zu errichten, festzuschreiben, sie durchlässig(er) zu machen, aufzuheben oder zu verschieben. Bei aller Flexibilität und Kontingenz, die uns Grenzsetzungen erlauben, bleibt das Grundprinzip ihres Wesens erhalten: indem Grenzen trennen, verbinden sie zugleich das Getrennte, und keine Unterscheidung ist ohne ihr komplementäres Gegenüber denkbar. Diese Besonderheit spüren wir bei jeder Entscheidung, die wir treffen, denn jedes urteilen (be-) denkt die Alternativen beim Entscheiden mit.

Diese Eigenschaften von Grenzen mögen uns in theoretischer Hinsicht zutreffend und plausibel erscheinen, jedoch sind sie es umso weniger, je mehr wir versuchen, ihren praktischen Stellenwert in den Vordergrund zu rücken. Wenn, wie im Falle dieses Buches, von Grenzen des Wachstums die Rede ist, fällt es schwer zu bezeichnen, wovon Wachstum zu unterscheiden ist. Wäre „absolute Schrumpfung“ oder „relative Entschleunigung“ das passende Pendant? Zudem ist zu berücksichtigen, um welches Wachstum es sich handelt. Wirtschaftswachstum, Bevölkerungswachstum, Temperaturanstieg im Klimawandel, Wachstum von Migrantinnen und Migranten, flüchtenden...

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