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Rumäniendeutsche Seinszusammenhänge und weitläufigere Bezüge

Literarische Kommunikation in der deutschsprachigen Literatur Rumäniens - das Fallbeispiel Joachim Wittstock

Edited By Maria Sass, Olivia Spiridon and Stefan Sienerth

Dieser Band beleuchtet am Einzelbeispiel des in Hermannstadt/Sibiu lebenden Schriftstellers Joachim Wittstock größere Zusammenhänge der deutschen Minderheitenliteratur in Rumänien. Einblicke in biografische Episoden, persönliche Erinnerungen an den Autor und Analysen seines Werkes wie des sozio-kulturellen Umfeldes bestimmen die thematische Breite dieser Veröffentlichung. Literaturwissenschaftler aus Deutschland und Rumänien, darunter viele Weggefährten und Freunde Joachim Wittstocks, nehmen den 80. Geburtstag des Schriftstellers und Literaturhistorikers zum Anlass, ein erhellendes Licht auf sein Werk und auf den deutschen Literaturbetrieb in Rumänien in den 1970er und 1980er Jahren zu werfen. Sie zeigen Möglichkeiten und Mechanismen auf, wie eine Minderheitenliteratur in einer der repressivsten kommunistischen Diktaturen Osteuropas unter schweren Bedingungen fortbestehen und grenzübergreifende literarische Netzwerke aufrechterhalten konnte. Und nicht zuletzt schildern sie, unter welchen Bedingungen ihre Akteure lebten, schrieben, miteinander kommunizierten und dem Druck der Zensur Widerstand leisteten.

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Maria Sass (Hermannstadt/Sibiu): „… im Schellengeläut und Peitschenschlag …“: Joachim Wittstocks Erzählung Karussellpolka. Eine kulturwissenschaftliche Herangehensweise

„… im Schellengeläut und Peitschenschlag …“1

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Maria Sass (Hermannstadt/Sibiu)

Joachim Wittstocks Erzählung Karussellpolka.Eine kulturwissenschaftliche Herangehensweise

Abstract: The present article uses methods of cultural studies to analyze Joachim Wittstock’s story Karussellpolka, which was first published in 1978 in a censored variant. A stylistically corrected variant was published in 2011, with added text passages clipped out by the censorship, but the narrative is not rewritten, it remains a 1970s scripture.

In Wittstock’s story, Transylvanian-Saxon culture and history intertwine, creating a symbolistically rich text that alludes to actual reality. The self-censorship led to a language characterized by subversive and parabolic forms and to a multi-layered structure which is difficult to decode.

Keywords: Joachim Wittstock, censorship, Romanian-German literature, chronotope, carnival, Urzelnlauf, wrong world

„Wie das je Besondere des einzelnen literarischen Textes mit dem Überindividuellen der sozialen Strukturen, der Ideologien usw. ‚vermittelt‘ sei, auch mit den jeweiligen Kulturen, ist eine der ‚ewigen Debatten‘ der Literaturwissenschaft,2 schreibt Wilfried Barner in einem Aufsatz, in dem er die Autonomie eines literarischen Textes ablehnt und die Notwendigkeit einer Analyse der Text-Kontext-Beziehungen hervorhebt, um möglichst viele Bedeutungen eines literarischen Werkes erschließen zu können. Er ist der Ansicht, dass der potenzielle Leser immer über kulturelles Wissen verfügen muss, um die konkrete Botschaft und Symbolik eines Textes richtig rezipieren zu können, denn Texte sind „ihrer ←149 | 150→Natur transsituativ und werden daher nicht selten in Situationen gelesen, die von ihrem Ursprungskontext sehr verschieden sind.“3 Folgt man diesem Gedanken, so sei...

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