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Die Sprache der Börsenmagazine

Eine pragmalinguistische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Textsorte der Investmentempfehlung

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Daniela Puato

Börsenmagazine richten sich an ein heterogenes Publikum aus professionellen Akteuren und Privatanlegern und befinden sich an der Schnittstelle von Fach- und Pressesprache. Sie verfolgen verschiedene pragmatische Zielsetzungen, sowohl adressaten- als auch sprecherzentriert: Inhalte vermitteln und präsentieren, eine Beziehung zum Leser aufbauen, redaktionelle Eigeninteressen wahren. In pragmalinguistischer Perspektive befasst sich die Studie mit Lexik, Morphosyntax und Textstruktur der deutschen Börsenmagazine. Besonderes Augenmerk richtet sich auf die zentrale Textsorte der Investmentempfehlung. Auf der Grundlage eines 3.500 Texte umfassenden Korpus wird untersucht, wie die Handlungsanweisung («Kaufen», «Verkaufen», «Halten») sprachlich formuliert, begründet und eingeschränkt wird.

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3. Die Morphosyntax und Textstruktur der Börsenmagazine

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Untersucht man die Morphosyntax der in den Börsenmagazinen enthaltenen Texte in einer semanto-pragmatischen Perspektive, so erscheint eine Reihe von Phänomenen von besonderer Relevanz: Strategien der nominalen Informationsverdichtung auf verschiedenen Ebenen (3.1), Strategien der Passivierung (3.2), der Explizierung der Textstruktur (3.3), der Redewiedergabe (3.4) und der Involvierung des Lesers durch unterschiedliche Kodierungsformen der Kommunikationsteilnehmer (3.5).

3.1. Informationsverdichtung

Der nominalen Informationsverdichtung dienen zahlreiche Sprachelemente, die die strukturelle Ebene des Wortes, der Phrase und des Satzes betreffen. Auf Wortebene (3.1.1) geht es in erster Linie um Komposita, aber auch um (Null)Ableitungen; auf Phrasenebene (3.1.2.) sind die verschiedenen Formen der Links- und Rechtsattribute zu nennen; auf Satzebene (3.1.3.) die verschiedenen Arten von satzwertigen Phrasen sowie Sätze ohne Verb bzw. ohne semantisch vollwertiges Verb.1

Die Informationsverdichtung korrespondiert mit zwei pragmatischen Zielen: zum einen offensichtlicherweise Kondensierung, d.h. kompakte Informationsvermittlung, zum anderen Selbstdarstellung. Der Sprecher möchte sich als (bildungs-)sprachlich kompetent präsentieren, als jemand, der die Fachstilistik beherrscht, auch wenn dies vom Kontext her nicht nötig wäre oder sogar anderen pragmatischen Zielen entgegenläuft (wie beispielsweise der Lektüreerleichterung).

3.1.1. Wortstruktur

Hinsichtlich der Wortstruktur befassen wir uns zunächst mit nominalen Komposita (3.1.1.1), dann mit nominalen Ableitungen und Konversionen (3.1.1.2).

3.1.1.1. Nominale Komposita

Zahlreiche Komposita – wie beispielsweise Kapitalerhöhung, Börsenkorrektur oder Aktienoption – gehören zum Standardwortschatz der Börsenfachsprache.2 Auch Okkasionalismen sind vielfach belegt. Beide Arten von Komposita dienen auf syntaktischer Ebene...

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