Show Less
Restricted access

Die Sprache der Börsenmagazine

Eine pragmalinguistische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Textsorte der Investmentempfehlung

Series:

Daniela Puato

Börsenmagazine richten sich an ein heterogenes Publikum aus professionellen Akteuren und Privatanlegern und befinden sich an der Schnittstelle von Fach- und Pressesprache. Sie verfolgen verschiedene pragmatische Zielsetzungen, sowohl adressaten- als auch sprecherzentriert: Inhalte vermitteln und präsentieren, eine Beziehung zum Leser aufbauen, redaktionelle Eigeninteressen wahren. In pragmalinguistischer Perspektive befasst sich die Studie mit Lexik, Morphosyntax und Textstruktur der deutschen Börsenmagazine. Besonderes Augenmerk richtet sich auf die zentrale Textsorte der Investmentempfehlung. Auf der Grundlage eines 3.500 Texte umfassenden Korpus wird untersucht, wie die Handlungsanweisung («Kaufen», «Verkaufen», «Halten») sprachlich formuliert, begründet und eingeschränkt wird.

Show Summary Details
Restricted access

5. Die Investmentempfehlung als Herzstück der Börsenmagazine

Extract



Im vorliegenden Kapitel wird die Investmentempfehlung zunächst in textueller Perspektive analysiert, wobei journalistische Textsorte und Makrostruktur beleuchtet werden (5.1). Sodann wird die Investmentempfehlung in pragmatischer Perspektive untersucht, und zwar unter Berücksichtigung des direktiven Sprechaktes, der Argumentationsteile und der Handlungsanweisung (5.2). Im Anschluss wird eine pragmatische Typologie der Investmentempfehlung erarbeitet, die auf der grundlegenden Unterscheidung zwischen expliziter (Kauf)Empfehlung und ergebnisoffener Empfehlung basiert (5.3). Schließlich wird eine inhaltlich-textuelle Typologie der Investmentempfehlungen präsentiert (5.4), wobei als Kriterien die Anlageklasse des empfohlenen Produktes sowie Autonomie, Umfang und Platzierung des Empfehlungstextes berücksichtigt werden.

5.1. Die Investmentempfehlung in textueller Perspektive

Die Investmentempfehlung in ihren verschiedenen Ausprägungen ist das Herzstück der Börsenmagazine und stellt auch quantitativ das Gros der redaktionellen Artikel.1 Im Folgenden wird die Investmentempfehlung zunächst als journalistische Textsorte betrachtet (5.1.1) und dann in ihren makrostrukturellen Textelementen näher beleuchtet (5.1.2).

5.1.1. Journalistische Textsorte

Befassen wir uns zunächst mit der Frage, wie sich Pressetexte allgemein klassifizieren lassen. Angesichts der großen Heterogenität von Pressetexten ist die Antwort nicht einfach. Es sind mehrere Gliederungen vorgeschlagen worden, die sich zum Teil medienübergreifend auf journalistische Texte beziehen und somit Radio und Fernsehen einschließen.2 In der einschlägigen Literatur hat die ←125 | 126→Klassifikation von Lüger (1995) viel Zustimmung gefunden, so z.B. in dem Standardwerk von Burger/Luginbühl (2014). Lüger geht von der kommunikativen Rolle des Textes aus, d.h. von der zugrundeliegenden Textintention. Er...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.