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Das musikalische Aufführungsrecht in Deutschland im 19. Jahrhundert

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Felix Rasch

Das Aufführungsrecht ist das erste unkörperliche Recht des Urheberrechts. Dessen Entstehung stellt diese Arbeit anhand der Gesetzesentwicklung von 1837 bis 1901 dar. Der Autor stellt fest, dass die deutsche Entwicklung des musikalischen Aufführungsrechts vergleichsweise langsam und spät erfolgte. So bezog sich die gesetzgeberische Diskussion zunächst nur auf das dramatische Aufführungsrecht, während die Schutzwürdigkeit musikalischer Werke noch nicht anerkannt war. Der Autor untersucht die Ursachen für diese späte Entwicklung anhand der gesellschaftlichen Vorbedingungen für ein musikalisches Aufführungsrecht. Dabei zeigt er insbesondere die Kausalität zwischen dem Bestehen eines öffentlichen Konzertwesens und einer lohnenswerten Rechteverwertung durch die Komponisten auf.

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E. Das uneingeschränkte dramatische Aufführungsrecht

E. Das uneingeschränkte dramatische Aufführungsrecht

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Der Weg zu einem uneingeschränkten dramatischen Aufführungsrecht war nicht mehr weit. Schon im Deutschen Bund sah der Frankfurter Entwurf von 1864 dieses vor (II.), bevor es dann 1870 im Norddeutschen Bund zur Vollendung des dramatischen Aufführungsrechts kommen sollte (III.).

Indes war eine Ausweitung des musikalischen Aufführungsrechts hin zu einem uneingeschränkten Recht noch nicht in Sicht.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bezog sich die Debatte über das Aufführungsrecht überwiegend auf dramatische Werke. Musikalische Aufführungen waren in dieser Zeit offensichtlich so selten, dass eine Tantiemenerhebung nicht in Frage kam.

Sogar die Dramatiker und Komponisten forderten in ihrer Petition das Aufführungsrecht nur für dramatisch-musikalische Werke. Bei den musikalischen Werken gab man sich hingegen mit der einmaligen Entlohnung aus dem Verlagshonorar zufrieden.

In den Fünfzigerjahren wurde ein Aufführungsrecht für rein musikalische Werke zumindest erwogen, obgleich es von vielen Seiten entschieden abgelehnt wurde.701 Dies lässt sich auf den Aufschwung der öffentlichen Konzertkultur zurückführen, welcher im Folgenden dargestellt wird. Anschließend wird auf die Änderung des musikalischen Aufführungsbegriffes sowie die Behandlung des Aufführungsrechts durch das Musikverlagswesen und die Rechtswissenschaft eingegangen.

Die zögerliche Entwicklung des musikalischen Aufführungsrechts geht auf das langsame Aufkommen der öffentlichen Konzertkultur zurück. Schließlich ermöglichte erst diese eine lohnende Verwertung der Werke.702

In Deutschland stand das öffentliche Konzert lange im Schatten der Oper. Dies belegt unter anderem...

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