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Weltanschauung und Textproduktion

Beiträge zu einem Verhältnis in der Moderne

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Edited By Anna S. Brasch and Christian Meierhofer

Weltanschauungen haben zwischen 1850 und 1945 in Deutschland Konjunktur. Als philosophische, wissens- und wissenschaftshistorische Diskursangebote reagieren sie im Prozess der Moderne auf entstehende Synthesemängel, auf Ganzheitsverluste und auf das, was zeitgenössisch schlicht ‚Zersetzung‘ heißt. Vor diesem Hintergrund entsteht ein Korpus an Texten, das sich nicht unter dem Rubrum der ‚Weltanschauungsliteratur‘ allein fassen lässt. Die hier versammelten Studien widmen sich der Heterogenität und Transformation weltanschaulicher Textproduktion. Dabei liegen die Schwerpunkte auf diskurs- und konzeptgeschichtlichen Voraussetzungen, auf Gattungskonventionen und Darstellungsformen, auf buch-, medien- und theatergeschichtlichen Praktiken sowie auf der Reflexivität, Reichweite und Schließung des Diskurses.

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Welt anschauen und Weltanschauung. Komplexität und Schließungsverfahren in Texten der Ökologie und der Science Fiction-Literatur (Laßwitz, Kraft, Döblin) (Alexander Kling)

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Alexander Kling

Welt anschauen und Weltanschauung. Komplexität und Schließungsverfahren in Texten der Ökologie und der Science Fiction-Literatur (Laßwitz, Kraft, Döblin)

Abstract: The article examines texts of the ecological discourse and science fiction literature with a focus on their textual conceptualisation of the complex interrelations of heterogeneous entities. My thesis is that the Weltanschauung of the various texts reveals itself via the textual closure of this complexity. At first, I survey central texts of the ecological discourse towards their procedures of closure. Then, I turn my argumentation to a theoretical reflection on the relationship of ecology and textuality. Finally, I analyse three texts of science fiction literature – Kurd Laßwitzʼs Gegen das Weltgesetz (Against the Universal Law, 1877), Robert Kraft’s Die neue Erde (The New World, 1910) and Alfred Döblin’s Berge Meere und Giganten (Mountains Seas and Giants, 1924).

Keywords: ecology, science fiction, textuality, complexity, closure

1 Welt anschauen und Weltanschauung

Weltanschauungen gibt es unter anderem deshalb, weil die Welt sich nicht anschauen lässt. Die Welt – nach Wittgensteins berühmter Formulierung: „alles, was der Fall ist“1 – ist nicht nur räumlich und zeitlich unüberschaubar ausgedehnt, die Menge heterogener Dinge wird zudem durch eine Komplexität flankiert, die sich aus den Relationen der Dinge ergibt.2 Wenn, nach Horst Thomé, „ein beliebiger Gegenstand nur dann erschöpfend erfaßt werden [kann], wenn er in all seinen Relationen mit dem Ganzen gesehen wird“,3 wird...

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