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Bibliographie deutschsprachiger jüdischer Autobiographien

Von der Aufklärung bis zur Gegenwart

Markus Malo

Dieses Buch stellt ein unverzichtbares Rechercheinstrument für Geisteswissenschaftler nahezu jeder Fachrichtung dar, die sich mit deutschsprachigen jüdischen Autobiographien und den jüdischen Lebenswelten als Untersuchungsgegenstand befassen.

Die Bibliographie mit nahezu 1.000 gedruckten, aber überwiegend nicht mehr im Handel, sondern nur noch in Bibliotheken erhältlichen Quellen, ist durch mehrere Register sorgfältig erschlossen, die sowohl eine geographische – durch Register der Geburts- und Sterbeorte – als auch eine lebensweltliche – durch ein Register mit biographischen Schlagwörtern – Orientierung ermöglichen. Dadurch entsteht eine breite Quellenbasis, die wissenschaftliche Untersuchungen über den Einzelfall hinaus wesentlich erleichtert und Vergleichsmaterialien bereitstellt.

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Deutsch-jüdische Autobiographie

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Die Autobiographie war ursprünglich den rhetorischen Zweckformen zugeordnet und ist erst im 18. Jahrhundert in den Rang einer literarischen Gattung aufgestiegen. Sie hat sich in der kurzen Zeit ihrer Existenz häufig gewandelt und wurde von der ihre Entwicklung begleitenden Literaturwissenschaft deshalb unterschiedlich gedeutet. Dies erschwert eine über das Minimale hinausgehende Definition; die verschiedenen Definitionsversuche beschränken sich daher auf das Kriterium der – wie auch immer literarisch überformten – Wirklichkeitsaussage als Wesenskern der Autobiographie, durch den diese sich vom Roman, an dessen formaler Entwicklung sie sich orientiert, unterscheidet. Dagegen sollen hier die historische Entwicklung und Erforschung der Gattung im deutschsprachigen Raum skizziert werden – als Folie für die Darstellung des ‚Sonderwegs‘ der deutschsprachigen jüdischen Autobiographie. Ausführliche Überblicksdarstellungen über Geschichte und Theorie der Autobiographie gibt es u.a. von Michaela Holdenried7 und Martina Wagner-Egelhaaf8.

Für die frühe ‚Geistesgeschichte‘ und die Geschichtswissenschaft stellt die Autobiographie vor allem eine Wirklichkeitsaussage dar, aus der sich unmittelbare Aufschlüsse über das Leben und die geistige Entwicklung, aber auch die äußeren Lebensumstände des autobiographischen Ichs gewinnen lassen. Diese Annahme ist vor allem von der idealistischen Subjektphilosophie und ihrer Annahme einer personalen Identität geprägt, die spätestens zu Beginn des 20. Jahrhunderts philosophisch in Frage gestellt wurde. Obwohl die Geisteswissenschaften bis heute die Autobiographie als vor allem sozialgeschichtlich relevante Quelle schätzen und nutzen, hat die ←11 | 12→Geschichtswissenschaft schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Quellenwert der Autobiographie kritisch eingeschätzt9.

Die zunehmende Skepsis der...

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