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Wirtschaftsmetaphorik im deutschen und polnischen Pressediskurs

Eine konfrontative Studie

Series:

Kornelia Kansy

Die Autorin präsentiert in dem Buch ein korpusbasiertes Studium der Wirtschaftsmetaphorik in der deutschen und polnischen Presse. Vor dem onomasiologisch-kognitiven Hintergrund stellt die Autorin die abstrakte und komplexe Wirtschaftsdomäne als Zielbereich verschiedener metaphorischer Konzeptualisierungen vor. Anhand einer Vielzahl an Belegen aus wirtschaftlichen Rubriken verweist sie auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Sprachenpaares Deutsch-Polnisch hinsichtlich der dort auftretenden konzeptuellen Metaphernmodelle. Die von der Autorin vorgenommene empirische Analyse der ermittelten Metaphorik hat einerseits den Gebrauch, die Frequenz, Form und Funktion des untersuchten Phänomens erläutert, andererseits die im Pressediskurs konstruierten Welten aufgegriffen.

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8. Ontologische Metaphern

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Die ontologischen Metaphern, einschließlich Personifikation, auch Metaphern der Entität und der Materie genannt, ermöglichen die Reifikation abstrakter Erfahrungen mithilfe von konkreten Inhalten, Objekten und Materien, die bei der Verarbeitung und dem Verstehen von Konzepten zur Anwendung kommen.241

[…] unsere Erfahrungen mit physischen Objekten (insbesondere mit dem eigenen Körper) [bilden, K.K.] die Grundlage für eine enorme Vielfalt ontologischer Metaphern, d.h. für bestimmte Sichtweisen von Ereignissen, Aktivitäten, Emotionen, Ideen usw. als Entitäten und Materien.242

Diese sehr produktive Metaphernklasse basiert auf den elementaren und direkten Erfahrungen unmittelbarer Objekte und Substanzen in der menschlichen Umwelt. Jedem Abstraktum wird die Struktur eines Objekts verliehen. Die primäre Funktion der ontologischen Metaphern für die ökonomische Domäne wird in der greifbaren Konzeptualisierungsmöglichkeit gesehen; dabei werden zwei relevante Schemata unterschieden wie die Objekt-Metapher und die Substanz-Metapher. Das menschliche Wissen über die Objektwelt gründet auf der Erfahrung, die einzelnen Elemente berühren und betasten zu können. Die Metaphorik mit dem substanziellen Element basiert auf dem Behälterschema. Etwas Unbekanntes wird in der ontologischen Metapher als Objekt oder Substanz identifiziert und auf diese zugängliche Weise kognitiv erfasst.243

Aus der dieser Studie zugrunde liegenden empirischen Untersuchung wurden fünf produktive Ursprungsdomänen ermittelt, nach denen sie gemäß der kognitiv-onomasiologischen Methode geordnet und analysiert wurden. In dem analysierten Korpus wurden 162 ontologische Metaphern im deutschen Korpus (40% des deutschen Gesamtkorpus) und 158 im polnischen Korpus (39% des polnischen Gesamtkorpus) ermittelt.

Die...

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