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Sprachliche Höflichkeit bei Jugendlichen

Empirische Untersuchungen von Gebrauchs- und Verständnisweisen im Schulalter

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Eva Neuland, Benjamin Könning and Elisa Wessels

Der Band präsentiert die Gesamtergebnisse des Wuppertaler DFG-Forschungsprojekts zu sprachlicher Höflichkeit bei Jugendlichen an der Schnittstelle von linguistischer Höflichkeits- und Jugendsprachforschung. Anhand von Tonaufzeichnungen in Unterrichts- und Pausensituationen und dem Einsatz von Fragebögen bei 1200 Jugendlichen und 170 Lehrkräften können ausgewählte Gebrauchs- und Verständnisweisen sprachlicher Höflichkeit und Unhöflichkeit bei Jugendlichen im Schulalter analysiert werden. Das Buch liefert insbesondere neue Erkenntnisse über Erscheinungsweisen jugendtypischer Höflichkeit und über soziolinguistische Differenzen zwischen Geschlechtern, Altersstufen und Schultypen sowie Adressatendifferenzierungen.

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V. Kritische Kommunikationssituationen

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Die Methode der kritischen Ereignisse besteht aus kritischen Kommunikationssituationen als Auslösefaktoren für das Verhalten von Probanden. Sie sollen dem Erfahrungsbereich der Probanden entstammen, dessen Beurteilung in der Aufgabenstellung erbeten wird. Ursprünglich wurde die CI-Technik von dem Psychologen Flanagan (1954) entwickelt, um effektives oder uneffektives Verhalten in einem Tätigkeitsfeld zu erfassen. Diese Methode wird vor allem in der Interkulturalitätsforschung benutzt und wurde von uns schon erfolgreich eingesetzt, um interkulturelle Vergleiche beim Kritisieren und Komplimentieren von studentischen DaZ-Lernern aus verschiedenen Ländern zu erfassen (vgl. Neuland 2011). In unserem Fall haben wir (un)höflichkeitsrelevante Äußerungen in Erfahrungskontexten von Schülern und Lehrkräften für die jeweiligen Fragebögen konstruiert.

Den Situationsbeschreibungen in der Aufgabenstellung folgen je vier vorformulierte Beispieläußerungen, die aus Voruntersuchungen gewonnen wurden. Die Probanden sollen auf einer fünfstufigen Skala einschätzen, ob sie selbst eine solche Formulierung wählen würden oder nicht. In einer offenen Antwortkategorie kann jeweils eine freie Antwortkategorie eingetragen werden.

Die Konstruktion der kritischen Situationen erlaubt die Einführung und Kontrolle bestimmter unabhängiger Variablen (Abb. V.1.1):

Situative Variable 1: Kontext

1.1 privat-informell

1.2 öffentlich-formell

Situative Variable 2: Handlungsbereich

2.1 objektives/objektivierbares Problem: Schaden, Nachteil

2.2 subjektives Problem: Empfinden, Gefallen

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