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Untersuchungen zum Urslavischen: Einleitende Kapitel, Lautlehre, Morphematik

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Georg Holzer

Gegenstand dieses Buches ist das um ca. 600 n. Chr. gesprochene Urslavische. Nach der historischen und geographischen Einordnung und der Bestimmung der soziolinguistischen Funktion dieser Sprache behandelt das Buch theoretisch und empirisch die Frage ihrer Einheitlichkeit. Es folgt die hauptsächlich auf die Lehnbeziehungen des mittelalterlichen Slavischen gestützte Rekonstruktion der Phonetik des Urslavischen und der Lautung und Akzentuierung urslavischer Wörter. Danach werden Bereiche der Morphologie des Urslavischen, insbesondere der Wortbildung, detailliert behandelt, wobei im Wesentlichen auf die Methoden der „generativen Phonologie" zurückgegriffen wird. Auch da wird die urslavische Akzentologie konsequent mitberücksichtigt.

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§ 26. Morphematik und Analogie

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Man beachte folgende Zusammenhänge zwischen flüchtigen Segmenten und historischen analogischen Prozessen (zu diesem Thema siehe auch H16b: 61-62):

(1) Bildungen mit morphematischer Betonungslosigkeit in einer Silbe unmittelbar vor einem °è oder è˙ wie z. B. ursl. °wad|è˙ük|ā˙ ≥ 3 14 15 20 23 *wadukā˙ «vodъka» ‘Wässerchen’ (> russ. vodka) haben auf dieser Silbe u. a. analogisch nach solchen parallelen Bildungen ihre phonetische Betonung erhalten, die dort auch ohne °è eine phonetische Betonung hätten wie z. B. ursl. °rajk|è˙ük|ā˙ ≥ 3 14 15 17 20 23 *raj˙čjukā˙ «rěčьka» ‘Flüsschen’ (> russ. rečka).

(2) Bildungen ohne morphematischen Akut in der Silbe unmittelbar vor einem °è˙ oder °è˙ wie z. B. ursl. °rajk|è˙ük|ā˙ ≥ 3 14 15 17 20 23 *raj˙čjukā˙ «rěčьka» (> russ. rečka) sind dort analogisch nach solchen parallelen Bildungen phonetisch akutiert, die dort auch ohne °è˙, °è˙ einen phonetischen Akut hätten wie z. B. ursl. °gal˙w|è˙ük|ā˙ ≥ 3 14 15 20 23 *gal˙wukā˙ «golvъka» ‘Köpfchen’ (> russ. golovka).

(3) Bildungen mit morphematischer Betonungslosigkeit in einer Silbe unmittelbar nach einem °é sind dort analogisch nach solchen parallelen Bildungen phonetisch betont, die dort auch ohne °é eine phonetische Betonung hätten. Es ist aber schwer, das für einen konkreten Fall nachzuweisen. Woher kommt z. B. das °é (und überhaupt das t) in ursl. °de˙|ét|en˙t|ø ≥ 2 3 °*de˙|ét|n˙t|ø ≥ 7 10 14 19 23 *dē˙tin˙ «dětę» ←214 | 215→‘Säugling’...

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