Show Less
Restricted access

Et in Arcadia ego. Rom als deutscher Erinnerungsort

Series:

Edited By Joanna Jabłkowska and Karolina Sidowska

Dieses Buch bezeugt eine fortwährende Faszination für die Ewige Stadt, nicht nur in vergangenen Epochen der Klassik und Romantik, sondern auch in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur – unter anderen bei Wolfgang Koeppen, Ingeborg Bachmann, Rolf Dieter Brinkmann, Hanns-Joseph Ortheil, Uwe Timm und Josef Winkler. Rom bleibt ein wichtiges Ziel für (Bildungs-)Reisen, Ort für Stipendienaufenthalte (Villa Massimo) und ist stets Quelle der abendländischen Kultur im europäischen Bewusstsein. Die Auseinandersetzung mit dieser Tradition, vor allem mit Goethes kulturprägenden Bildern aus der Italienischen Reise, mit der realen Stadtlandschaft und ihrer Ikonographie in der Pop-Kultur verläuft in der Gegenwartsliteratur oft kritisch und dient nicht zuletzt der Reflexion über eigene private oder nationale Ansprüche und Identitäten.

Show Summary Details
Restricted access

Winckelmann in Rom oder wie lässt sich das Nicht-Seiende beschreiben?: (Krzysztof Tkaczyk)

Extract

Krzysztof Tkaczyk

Abstract: Johann Joachim Winckelmann kommt 1755 in Rom an und, von der Vorbildlichkeit der griechischen Kunst überzeugt, beschließt er, die Skulpturen im Belvedere zu beschreiben. Kunstgeschichte und Mythologie beschwörend, verfasst er eine einzigartige Ekphrase: Beschreibung des Torso im Belvedere zu Rom, welche die Theorie und Praxis der Kunstbeschreibung vehement beeinflussen wird. Eben dieser Ekphrase und ihrer besonderen narrativen Dynamik, welche die Distanz zwischen dem Leser und dem Kunstwerk aufhebt, wird der Beitrag gewidmet.

Schlüsselwörter: Rom, Johann Joachim Winckelmann, Beschreibung des Torso, Ekphrase

Johann Joachim Winckelmann (1717–1768) – Kunstschriftsteller, Bibliothekar und Archäologe, ohne den der deutsche Klassizismus in seiner uns bekannten Form überhaupt nicht möglich gewesen wäre. Ihn lobte Herder, mit ihm diskutierte Lessing, ihm huldigte Goethe in seinem Aufsatz Winckelmann, den er in einem Band mit einem vielsagenden Titel Winckelmann und sein Jahrhundert. In Briefen und Aufsätzen (1805) veröffentlichte. Als Winckelmann, im Herbst 1755 in Rom angekommen, sich vor die Aufgabe stellt, die Skulpturen im Belvedere zu Rom zu beschreiben, entsteht eine phänomenale Ekphrase: Beschreibung des Torso im Belvedere, welche die Theorie und Praxis der Kunstbeschreibung für immer ändert.

Nach Rom ging Winckelmann, wie Walter Eckhart Spengler detailliert berichtet,1 als Stipendiat des kursächsischen Hofes und in der römischen res publica litterarum et artium fand er ein neues Zuhause. Zuerst lebte er in Nachbarschaft mit Anton Rafael Mengs, dem deutschen Maler des Klassizismus, der ihn in die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.