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Et in Arcadia ego. Rom als deutscher Erinnerungsort

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Edited By Joanna Jabłkowska and Karolina Sidowska

Dieses Buch bezeugt eine fortwährende Faszination für die Ewige Stadt, nicht nur in vergangenen Epochen der Klassik und Romantik, sondern auch in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur – unter anderen bei Wolfgang Koeppen, Ingeborg Bachmann, Rolf Dieter Brinkmann, Hanns-Joseph Ortheil, Uwe Timm und Josef Winkler. Rom bleibt ein wichtiges Ziel für (Bildungs-)Reisen, Ort für Stipendienaufenthalte (Villa Massimo) und ist stets Quelle der abendländischen Kultur im europäischen Bewusstsein. Die Auseinandersetzung mit dieser Tradition, vor allem mit Goethes kulturprägenden Bildern aus der Italienischen Reise, mit der realen Stadtlandschaft und ihrer Ikonographie in der Pop-Kultur verläuft in der Gegenwartsliteratur oft kritisch und dient nicht zuletzt der Reflexion über eigene private oder nationale Ansprüche und Identitäten.

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Rom als literarisch-romantisches Modell in Franz Sternbalds Wanderungen: (Caroline Will)

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Caroline Will

Abstract: Am Beispiel von Tiecks Franz Sternbalds Wanderungen untersucht der Beitrag das literarische Rom als Modell für romantische Erfüllung. Die Fragestellung lautet: Wie wird Rom in diesen Texten modelliert? Welche Funktion besitzt das Motiv Rom im Hinblick auf romantische Erfüllung? Zu Hilfe genommen werden die problemgeschichtliche Deutung der Romantik nach Ludwig Stockinger sowie der Modell-Begriff nach Herbert Stachowiak, um zugrundeliegende romantische Programme analysieren zu können, auch wenn der Ausdruck ‚Romantik‘ im untersuchten Text nicht explizit fällt. Um die Wanderung des Protagonisten zu beschreiben, wählt der Beitrag den Ausdruck ‚telisch‘. In Innerlichkeit und Vokabular der christlichen Wallfahrt ähnlich, zielt die Reise hier auf individuelle und säkulare Erfüllungskomponenten ab. In Rom findet Sternbald die Kunstfrömmigkeit in der Sixtina. Die Liebe zu Marie lässt ihn mit seiner Kindheit in Kontakt kommen. Mit diesen beiden Idealen erhält er einen Zugang zum romantischen Absoluten.

Schlüsselwörter: Rom, Romantik, Reise, Kunstfrömmigkeit, Ludwig Tieck, Franz Sternbalds Wanderungen

Das im Roman Franz Sternbalds Wanderungen (1798) entwickelte Modell Rom lässt sich zusammenfassen als: Erfüllung romantischer Sehnsüchte durch innerliche und imaginative Wanderung an einen Erfüllungskomponenten bereitstellenden Ort.

Ludwig Tiecks (1773–1853) Franz Sternbalds Wanderungen gilt als kanonisch romantisch, was das Werk zum geeigneten Untersuchungsobjekt macht, um ein romantisches Rom-Modell zu rekonstruieren.1 Der Roman wird gemeinhin ←43 | 44→als Künstlerroman bezeichnet. Er handelt von einer Wanderung, durch die der Dürer-Schüler Franz...

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