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Et in Arcadia ego. Rom als deutscher Erinnerungsort

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Edited By Joanna Jabłkowska and Karolina Sidowska

Dieses Buch bezeugt eine fortwährende Faszination für die Ewige Stadt, nicht nur in vergangenen Epochen der Klassik und Romantik, sondern auch in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur – unter anderen bei Wolfgang Koeppen, Ingeborg Bachmann, Rolf Dieter Brinkmann, Hanns-Joseph Ortheil, Uwe Timm und Josef Winkler. Rom bleibt ein wichtiges Ziel für (Bildungs-)Reisen, Ort für Stipendienaufenthalte (Villa Massimo) und ist stets Quelle der abendländischen Kultur im europäischen Bewusstsein. Die Auseinandersetzung mit dieser Tradition, vor allem mit Goethes kulturprägenden Bildern aus der Italienischen Reise, mit der realen Stadtlandschaft und ihrer Ikonographie in der Pop-Kultur verläuft in der Gegenwartsliteratur oft kritisch und dient nicht zuletzt der Reflexion über eigene private oder nationale Ansprüche und Identitäten.

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Sehnsucht nach der Kunstheimat. Die Geschwister Tieck in Rom: (Hannelore Scholz-Lübbering)

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Hannelore Scholz-Lübbering

Abstract: Im Focus des Beitrages stehen die Reisegedichte von Ludwig Tieck, die in Rom als spontane, authentische Impressionen entstanden sind. Die komplexen intertextuellen und intermedialen Diskurse in den Texten sind Ausdruck einer neuen Konzeption Tieckscher Lyrik als Gelegenheitsdichtung. Charakteristisch für Tiecks Italienbild ist eine gewisse Distanz zur Antike. Seine Vorliebe für mittelalterliche Überlieferungen kann er in Rom vertiefen, aber auch die italienische Literatur weckt sein Interesse. Rom wurde für den Autor zum wichtigen Ort der Überwindung seiner Krankheit und seiner Schreibblockaden. Seine Schwester Sophie Bernhardi (geb. Tieck) bearbeitete in Rom u.a. das mittelalterliche epische Gedicht Flore und Blanscheflur. Durch die Bearbeitungsmethode des mittelalterlichen Modells von Konrad Fleck stellt die Autorin den Anspruch einer eigenen, weiblichen Werkintention. Die mittelalterliche Poesie war für Sophie Urbild des Romantischen und Zeuge eines untergegangen Goldenen Zeitalters, welche für die Gegenwart produktiv gemacht werden müsse. Sophie befand sich in einer tiefen Ehekrise. Auch für sie wurde Rom wichtiger Ort der Reaktivierung ihrer schriftstellerischen Aktivitäten und Überwindung der Lebenskrise.

Schlüsselwörter: Rom, Reisegedichte, Gelegenheitsdichtung, mittelalterliche Poesiemodelle, Italienbilder, Ludwig Tieck, Sophie Bernhardi, geb. Tieck

August Wilhelm Schlegel berichtet in seinem Schreiben an Goethe über einige in Rom lebende Künstler vom Sommer 1805:

Hier stiftete Winckelmann eine neue Epoche für die Kunstgeschichte, und überhaupt für das Studium des klassischen Alterthums; hier wurden vor einer Anzahl Jahre die schönsten deutschen Elegien in antikem Kostum gedichtet. […] Auch...

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