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Et in Arcadia ego. Rom als deutscher Erinnerungsort

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Edited By Joanna Jabłkowska and Karolina Sidowska

Dieses Buch bezeugt eine fortwährende Faszination für die Ewige Stadt, nicht nur in vergangenen Epochen der Klassik und Romantik, sondern auch in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur – unter anderen bei Wolfgang Koeppen, Ingeborg Bachmann, Rolf Dieter Brinkmann, Hanns-Joseph Ortheil, Uwe Timm und Josef Winkler. Rom bleibt ein wichtiges Ziel für (Bildungs-)Reisen, Ort für Stipendienaufenthalte (Villa Massimo) und ist stets Quelle der abendländischen Kultur im europäischen Bewusstsein. Die Auseinandersetzung mit dieser Tradition, vor allem mit Goethes kulturprägenden Bildern aus der Italienischen Reise, mit der realen Stadtlandschaft und ihrer Ikonographie in der Pop-Kultur verläuft in der Gegenwartsliteratur oft kritisch und dient nicht zuletzt der Reflexion über eigene private oder nationale Ansprüche und Identitäten.

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„Das tote Immergrün“: das katholische Rom bei Martin Mosebach und Josef Winkler: (Marek Jakubów)

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Marek Jakubów

Abstract: Der katholische Rom- und Italiendiskurs verband sich seit dem 19. Jahrhundert, als er ein Gegengewicht zu dem klassizistischen Rombild zu schaffen bemüht war, immer mit paradoxen Darstellungen, die das Lebendige und Tote, Chaotische und Harmonische, Bewegliche und Statische, Anarchische und Gesetzmäßige vereinigten. Diese Praxis, die zunächst der Stärkung der konfessionellen Andersartigkeit diente, die Kontinuität unterstrich und aus dem Zurückgreifen auf die barocken formalen und ideologischen Vorbilder erfolgte, erlebt zur Zeit der Postmoderne eine neue Phase. Während die Texte von Martin Mosebach, in denen die Romerfahrung thematisiert wird, ein Beispiel für die Anknüpfung an überlieferte katholische Muster unter gewandelten ästhetischen und sozioreligiösen Bedingungen darstellen, bringt Josef Winkler in seinen Rom-Büchern diese Tradition an ihre Grenzen.

Schlüsselwörter: Rom, Romdiskurs,  Martin Mosebach, Josef Winkler, Katholizismus

Rom wurde über Jahrhunderte mit Papst, Heiligen und Reliquien assoziiert. Es diente auch als Ziel für Pilgerfahrten ins Zentrum des Christentums, was die Gebeine des heiligen Petrus und der Märtyrer legitimierten. Erst seit dem 18. Jahrhundert trat diese durchaus religiöse Vorstellung in Konkurrenz mit dem neuen säkularen Ritual, das zunächst durch die reichen Bürger, die in die Spuren Winckelmanns und Goethes traten1 wie auch eine Abwechslung von der alltäglichen Routine suchten,2 neu etabliert wurde.

Als Antwort auf diese Entwicklung bildete sich schnell in der deutschsprachigen Literatur eine Tendenz heraus, in der die katholische Tradition wieder...

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