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Et in Arcadia ego. Rom als deutscher Erinnerungsort

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Edited By Joanna Jabłkowska and Karolina Sidowska

Dieses Buch bezeugt eine fortwährende Faszination für die Ewige Stadt, nicht nur in vergangenen Epochen der Klassik und Romantik, sondern auch in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur – unter anderen bei Wolfgang Koeppen, Ingeborg Bachmann, Rolf Dieter Brinkmann, Hanns-Joseph Ortheil, Uwe Timm und Josef Winkler. Rom bleibt ein wichtiges Ziel für (Bildungs-)Reisen, Ort für Stipendienaufenthalte (Villa Massimo) und ist stets Quelle der abendländischen Kultur im europäischen Bewusstsein. Die Auseinandersetzung mit dieser Tradition, vor allem mit Goethes kulturprägenden Bildern aus der Italienischen Reise, mit der realen Stadtlandschaft und ihrer Ikonographie in der Pop-Kultur verläuft in der Gegenwartsliteratur oft kritisch und dient nicht zuletzt der Reflexion über eigene private oder nationale Ansprüche und Identitäten.

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Rom-Images in Texten der Reiseliteratur: (Elke Mehnert)

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Elke Mehnert

Abstract: Der Beitrag beginnt mit einem kurzen Verweis auf die Antike-Rezeption vor der deutschen Wiedervereinigung, die besonders seit den 1980er Jahren in der sogenannten Systemauseinandersetzung instrumentalisiert worden ist. Auf andere Weise ist der Umgang mit der römischen Antike auch gegenwärtig nicht ideologiefrei: Adolf Muschg fragt 2006, was heute die europäische Kultur ausmache und kommt zum Schluss, dass europäische Identität ‚radikal‘ sein, an die Wurzeln gehen müsse, weil ‚Amüsierkultur‘ und ‚Fundamentalismus‘ keine europäische Identität begründen könnten. Ob Villa Massimo-Stipendiaten sich dieser – zwar nicht expressis verbis eingeforderten – kulturpolitischen Funktion bewusst sind? Am Beispiel Tina Strohekers (Deutschland West), Hanns-Josef Ortheils (Deutschland-West), Christine Wolters (bis 1978 Deutschland-Ost, dann Mailand) und des Leipzigers Ingo Schulze werden unterschiedliche Schreib- und Wirkungsstrategien von Rom-Stipendiaten angedeutet.

Schlüsselwörter: Rom, Tina Stroheker, Hanns-Josef Ortheil, Christine Wolter, Ingo Schulze, Reiseliteratur, Image, Literatursoziologie

Die politische Wende hat in auch in den Literaturverhältnissen1 der ‚neuen‘ Bundesländer vieles verändert – angefangen bei der Verlagslandschaft, der sozialen Situation von Autoren, ihrem freien Zugang zum Buchmarkt, bei den Buchpreisen, der Bibliothekslandschaft und den germanistischen Curricula. Manche dieser Veränderungen hat die Literatursoziologie beschrieben.2 In der DDR war sie eine Nischendisziplin, die erst in den 1970er Jahren als Forschungsrichtung etabliert und schon bald als literaturwissenschaftliche Hilfsdiziplin in den germanistischen Studiengang aufgenommen worden ist. Die Vorleistungen dafür hatte der Wissenschaftsbereich „Theorie und Soziologie der Künste“ an der Martin-Luther-Universität Halle erbracht, unter dessen...

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