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Strafzumessung bei Mord

Eine empirische Untersuchung zur Rechtsfolgenentscheidung bei Verurteilungen wegen vollendeten Mordes nach allgemeinem Strafrecht in den Jahren 2013 und 2014

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Johanna Kunze

Dieses Buch untersucht die Rechtsfolgenentscheidung bei vollendetem Mord nach allgemeinem Strafrecht. Gegenstand der Untersuchung ist eine empirische, deskriptive Untersuchung bezüglich der Rechtsfolgenzumessung bei Verurteilungen wegen vollendeten Mordes nach dem allgemeinen Strafrecht. Ziel war es, die rechtlichen und – soweit ermittelbar – außerrechtlichen Einflussfaktoren zu ermitteln, die ein Abweichen von der absolut und exklusiv angedrohten lebenslangen Freiheitsstrafe ermöglichen, weil sie entweder die Strafe schärfen und die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird oder umgekehrt die Strafe mildern und eine nur zeitige Freiheitsstrafe verhängt wird.

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Die Untersuchung bezieht sich auf die Rechtsfolgenentscheidung bei vollendetem Mord nach allgemeinem Strafrecht. Gegenstand der Untersuchung „Strafzumessung bei Mord“ ist eine empirische, deskriptive Untersuchung bezüglich der Rechtsfolgenzumessung bei Verurteilungen wegen vollendeten Mordes nach dem allgemeinen Strafrecht. Ziel war es, die rechtlichen und – soweit ermittelbar – außerrechtlichen Einflussfaktoren zu ermitteln, die ein Abweichen von der absolut und exklusiv angedrohten lebenslangen Freiheitsstrafe ermöglichen, weil sie entweder die Strafe schärfen und die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird oder umgekehrt die Strafe mildern und eine nur zeitige Freiheitsstrafe verhängt wird.

Für die Auswertung wurden nahezu sämtliche Verurteilungen, die in den Jahren 2013 und 2014 in Deutschland wegen vollendeten Mordes nach allgemeinem Strafrecht ergangen waren, herangezogen. Verurteilungen wegen versuchten Mordes blieben ebenso unberücksichtigt wie Verurteilungen nach Jugendstrafrecht.

Von den Verurteilten wurden 55,6 % zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. In 23 % der Fälle wurden die angeklagten Personen wegen Mordes zu zeitiger Freiheitsstrafe verurteilt. Neben der zwingenden Strafmilderung wegen Beihilfe zum Mord wurde primär von fakultativen Strafmilderungsgründen Gebrauch gemacht. Unter den Strafmilderungsvorschriften, dessen Anwendung im Ermessen des Gerichts stehen, dominiert die Anwendung der Strafmilderung wegen verminderter Schuldfähigkeit (§ 21 StGB). Für die Annahme einer Strafmilderung wirkten sich vor allem täterbezogene Strafzumessungsfaktoren aus: als entscheidende Einflussfaktoren erwiesen sich das Geständnis, die Tötung im Affekt, die psychische Störung des Verurteilten, seine Gehilfenstellung, die Stabilisierung seiner Lebensverhältnisse nach der Tat sowie der Umstand, dass nur ein Mensch get...

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