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Strafzumessung bei Mord

Eine empirische Untersuchung zur Rechtsfolgenentscheidung bei Verurteilungen wegen vollendeten Mordes nach allgemeinem Strafrecht in den Jahren 2013 und 2014

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Johanna Kunze

Dieses Buch untersucht die Rechtsfolgenentscheidung bei vollendetem Mord nach allgemeinem Strafrecht. Gegenstand der Untersuchung ist eine empirische, deskriptive Untersuchung bezüglich der Rechtsfolgenzumessung bei Verurteilungen wegen vollendeten Mordes nach dem allgemeinen Strafrecht. Ziel war es, die rechtlichen und – soweit ermittelbar – außerrechtlichen Einflussfaktoren zu ermitteln, die ein Abweichen von der absolut und exklusiv angedrohten lebenslangen Freiheitsstrafe ermöglichen, weil sie entweder die Strafe schärfen und die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird oder umgekehrt die Strafe mildern und eine nur zeitige Freiheitsstrafe verhängt wird.

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2. Beschreibung und Begründung der Untersuchungsmethode

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Die der Untersuchung zugrunde gelegte Frage ist, ob und inwiefern auch bei der Verurteilung wegen vollendeten Mordes eine Strafzumessung durch die Gerichte erfolgt. Als Erhebungsmethode kommt insoweit nur die Aktenanalyse in Betracht. Dabei sollen die Strafakten nicht in ihrer Gesamtheit ausgewertet werden, sondern lediglich die Strafurteile als die für die Strafzumessung wichtigsten Dokumente, vgl. § 267 Abs. 3 StPO. Denn aus den Urteilsgründen muss sich ergeben, weshalb eine bestimmte Sanktion ausgesprochen wurde. Die aus den Urteilen entnommenen Informationen sollen quantitativ und nicht qualitativ ausgewertet werden.

Das Ziel der Untersuchung ist die Darstellung der Rechtsfolgenentscheidung bei vollendetem Mord nach allgemeinem Strafrecht. Für die Erfassung der Rechtswirklichkeit der Strafzumessung eignet sich eine Inhaltsanalyse in Form einer Urteilsanalyse.

Die Untersuchung steht in der Tradition zu früheren Strafzumessungsuntersuchungen. Denn vorausgegangene Forschungen untersuchten bereits die Determinanten der Strafzumessung.903 Davon auszugsweise: Meier erhob mittels einer Inhaltsanalyse von Strafakten,904 dass die Rückfalltat schwerpunktmäßig bei mittelschweren Vergehen (§§ 242, 246, 263 StGB) und Bagatelldelikten angesiedelt ist. Die Rückfalltat im Sinne des früheren § 48 StGB a.F. wird häufig von Einzeltätern ohne Gewaltanwendung begangen.905 Schöch zeigte mittels Inhaltsanalyse von Verfahrensakten auf, dass sich auf die Strafzumessungspraxis bei Verkehrsdelinquenz906 die nachgewiesene erhöhte Blutalkoholkonzentration und das Wissen des Täters noch Auto fahren zu müssen, die erhöhte Gefahr wegen zunehmendem Verkehrsaufkommen, die Schadenshöhe, sowie eine längere Fahrtstrecke ←143 | 144→mit Alkoholeinfluss strafschärfend auswirken.907 Die von Albrecht durchgeführte, empirisch-vergleichende Untersuchung „Strafzumessung bei...

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