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Strafzumessung bei Mord

Eine empirische Untersuchung zur Rechtsfolgenentscheidung bei Verurteilungen wegen vollendeten Mordes nach allgemeinem Strafrecht in den Jahren 2013 und 2014

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Johanna Kunze

Dieses Buch untersucht die Rechtsfolgenentscheidung bei vollendetem Mord nach allgemeinem Strafrecht. Gegenstand der Untersuchung ist eine empirische, deskriptive Untersuchung bezüglich der Rechtsfolgenzumessung bei Verurteilungen wegen vollendeten Mordes nach dem allgemeinen Strafrecht. Ziel war es, die rechtlichen und – soweit ermittelbar – außerrechtlichen Einflussfaktoren zu ermitteln, die ein Abweichen von der absolut und exklusiv angedrohten lebenslangen Freiheitsstrafe ermöglichen, weil sie entweder die Strafe schärfen und die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird oder umgekehrt die Strafe mildern und eine nur zeitige Freiheitsstrafe verhängt wird.

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3. Darstellung der Ergebnisse

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Die Erhebung der Daten erfolgt mittels eines standardisierten Erhebungsbogens.1034 Die Analyse der erhobenen Daten erfolgt schließlich durch das Programmsystem SPSS. Neben der Überprüfung, welche Faktoren sich einzeln signifikant auf die Strafhöhe auswirken (bivariate Signifikanztest), werden auch Untersuchungen unternommen, um eine Rangfolge der strafmildernden und strafschärfenden Faktoren zu ermitteln. Dieses Bestreben kann gelingen mit einer multiplen Regressionsanalyse.1035

Die Datenerhebung konnte mit einer Opferanzahl von n = 221 und verurteilten Personen von n = 196 abgeschlossen werden. Die Opferanzahl beschreibt die Anzahl der ermordeten Opfer. Die insgesamt 196 verurteilten Personen wurden wegen insgesamt 221 ermordeten Opfern verurteilt. Deswegen konnte zu insgesamt 221 Einzelentscheidungen die Strafzumessung ausgewertet werden. Zu Beginn erfolgt eine Darstellung des Datenmaterials und der Merkmale, die Einfluss auf die Untersuchung und Analyse genommen haben. Zunächst wird auf die Art des Verfahrens, die rechtskräftig gewordene Sanktion, die Art der Strafmilderung und das Vorliegen der Untersuchungshaft und/oder der Unterbringung nach § 126a StPO eingegangen. Schließlich werden dann die Merkmale der Tatausführung, der Verurteilten und der Opfer dargestellt.

In die Datenerhebung konnten 185 Strafurteile eingebunden werden. Es wurden ausschließlich Strafkammersachen analysiert und keine erstinstanzlichen OLG-Entscheidungen.

Für die Art des Verfahrens wurde in der Datenerhebung zwischen fünf verschiedenen Verfahrensarten unterschieden. Unter dem Begriff Schwurgerichtsverfahren wurden alle Verfahren erfasst, die vor einem erstinstanzlichen Spruchkörper des Landgerichts stattfanden und deren Urteile in erster Instanz rechtskräftig geworden sind.1036 Unter einem Verfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz (JGG) fallen solche Verfahren, die vor einem...

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