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Crowdwork - Herausforderungen einer neuen Form der Beschäftigung für das deutsche Arbeitsrecht

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Benjamin Durst

Mit Crowdwork hat sich ein Markt für bezahlte Arbeit entwickelt, der es Unternehmen ermöglicht, Aufgaben flexibel an externe Arbeitskräfte zu vergeben. Diesem Phänomen geht der Autor nach, indem er zunächst im Rahmen einer allgemeinen rechtsdogmatischen Untersuchung die rechtlichen Beziehungen zwischen Crowdworkern und deren Auftraggebern eingehend analysiert. Im Kern wird sodann der Frage nachgegangen, unter welchen Umständen und in welchem Umfang das Arbeitsrecht nach der geltenden Rechtslage auf die Rechtsbeziehungen zwischen Crowdworkern und ihren Auftraggebern Anwendung findet. Vor dem Hintergrund der gefundenen Ergebnisse werden schließlich Vorschläge unterbreitet, anhand derer de lege ferenda eine Verbesserung der Rechtslage erreicht werden kann.

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A. Einleitung

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„Wir stehen vor einem grundlegenden Wandel des überkommenen Systems der Erwerbsarbeit. Traditionelle Begrenzungen und Normierungen werden brüchig, bisherige Stabilitäten in Frage gestellt. Am rasantesten vollziehen sich die Umbrüche im Sektor der informations- und kommunikationstechnisch gestützten Dienstleistungsarbeit, aber sie machen auch vor dem klassischen industriellen Sektor nicht halt. […] Es sind wenig erfreuliche Szenarien denkbar, in denen die arbeitsrechtlichen Schutzmechanismen und sozialrechtlichen Stabilitäten des Industriezeitalters für einen großen Teil der abhängig Beschäftigten der Vergangenheit angehören und sich ein Heer formal Selbstständiger ohne soziale Sicherung von Auftrag zu Auftrag hangelt. Lebensplanung und langfristige Bindungen werden behindert, gearbeitet würde in diesem neuen Nomadentum so lange und so viel, wie es die Einhaltung der unter dem Konkurrenzdiktat vereinbarten Termine und Leistungen erfordert.“1

I. Neue Märkte und Arbeitsformen durch digitale Plattformen

Mit der Digitalisierung des Waren- und Dienstleistungsverkehrs und der immer mehr Fahrt aufnehmenden digitalen Transformation der Industrie erleben wir eine der größten Veränderungen der modernen Gesellschaft. Nicht nur die Art, wie Waren hergestellt, angeboten und von Endkunden bezogen und konsumiert werden, ändert sich grundlegend und nachhaltig. Auch der Markt für Werk- und Dienstleistungen erfährt durch digitale Innovationen eine regelrechte Revolution. Um die Bedeutung dieses digitalen Umbruchs zu reflektieren, haben sich in der deutschen Literatur bereits Begriffe wie „Industrie 4.0“ oder „Arbeit 4.0“ ←15 | 16→etabliert.2 Auf diese Weise wird der digitale Wandel mit der Einführung der Dampfmaschine, des Fließbands...

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