Show Less
Restricted access

Crowdwork - Herausforderungen einer neuen Form der Beschäftigung für das deutsche Arbeitsrecht

Series:

Benjamin Durst

Mit Crowdwork hat sich ein Markt für bezahlte Arbeit entwickelt, der es Unternehmen ermöglicht, Aufgaben flexibel an externe Arbeitskräfte zu vergeben. Diesem Phänomen geht der Autor nach, indem er zunächst im Rahmen einer allgemeinen rechtsdogmatischen Untersuchung die rechtlichen Beziehungen zwischen Crowdworkern und deren Auftraggebern eingehend analysiert. Im Kern wird sodann der Frage nachgegangen, unter welchen Umständen und in welchem Umfang das Arbeitsrecht nach der geltenden Rechtslage auf die Rechtsbeziehungen zwischen Crowdworkern und ihren Auftraggebern Anwendung findet. Vor dem Hintergrund der gefundenen Ergebnisse werden schließlich Vorschläge unterbreitet, anhand derer de lege ferenda eine Verbesserung der Rechtslage erreicht werden kann.

Show Summary Details
Restricted access

C. Dogmatische Einordnung von Crowdwork

Extract



Im folgenden Kapitel wird untersucht, wie der zwischen Crowdsourcer, Crowdwork-Plattform und Crowdworker stattfindende Prozess (im Folgenden „Crowdwork-Prozess“) rechtsdogmatisch einzuordnen ist. Dabei ist zunächst zu untersuchen, welche rechtsgeschäftliche Verpflichtungsform die rechtliche Grundlage für die Tätigkeit der Crowdworker bildet. Für den Fall, dass ein Vertrag die Verpflichtungsgrundlage darstellt, wird weiter zu untersuchen sein, wie die vertraglichen Beziehungen der Beteiligten untereinander ausgestaltet sind. Zu beleuchten ist in diesem Zusammenhang insbesondere die Frage, wann eine Plattform als bloße Vermittlerin zwischen Crowdsourcer und Crowdworker auftritt und wann sie selbst als Vertragspartnerin der Parteien agiert.

I. Rahmenvertrag durch Registrierung

Bevor Aufgaben auf einer Crowdwork-Plattform zur Bearbeitung angenommen werden können, müssen die Benutzer sich zuerst auf dieser registrieren.179 Dabei müssen neben der Angabe der persönlichen Daten wie Name, Adresse, etc. oftmals auch detaillierte Angaben zu Kenntnissen, Fähigkeiten und Interessen gemacht werden. Zusätzlich zu diesen Angaben können teilweise Online-Eignungstests durchgeführt werden, deren Ergebnis darüber entscheidet, ob dem Crowdworker komplexere bzw. fachspezifische Aufgaben angezeigt werden.180 Schließlich müssen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen der Plattform akzeptiert werden.181 Nach erfolgreicher Registrierung wird sodann der persönliche Account des Nutzers freigeschaltet.

Aus rechtsdogmatischer Sicht stellt dabei die Übersendung der für die Registrierung erforderlichen Daten ein auf den Abschluss eines Vertrags gerichtetes Angebot dar, welches mit der Freischaltung durch die Crowdwork-Plattform angenommen wird.182 Zwischen Benutzer und Plattform kommt ein Vertrag zustande, der für beide Seiten...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.