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Crowdwork - Herausforderungen einer neuen Form der Beschäftigung für das deutsche Arbeitsrecht

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Benjamin Durst

Mit Crowdwork hat sich ein Markt für bezahlte Arbeit entwickelt, der es Unternehmen ermöglicht, Aufgaben flexibel an externe Arbeitskräfte zu vergeben. Diesem Phänomen geht der Autor nach, indem er zunächst im Rahmen einer allgemeinen rechtsdogmatischen Untersuchung die rechtlichen Beziehungen zwischen Crowdworkern und deren Auftraggebern eingehend analysiert. Im Kern wird sodann der Frage nachgegangen, unter welchen Umständen und in welchem Umfang das Arbeitsrecht nach der geltenden Rechtslage auf die Rechtsbeziehungen zwischen Crowdworkern und ihren Auftraggebern Anwendung findet. Vor dem Hintergrund der gefundenen Ergebnisse werden schließlich Vorschläge unterbreitet, anhand derer de lege ferenda eine Verbesserung der Rechtslage erreicht werden kann.

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E. Kollektive Interessenvertretung

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Im folgenden Kapitel wird untersucht, ob und in welchem Umfang Mechanismen des kollektiven Arbeitsrechts dazu beitragen können, die Einführung und Durchführung von Crowdsourcing und Crowdwork in Betrieben zu regulieren. Ferner wird der Frage nachgegangen, inwieweit sonstige kollektive Mittel – unabhängig von etwaigen rechtlichen Verpflichtungen – geeignet sind, die Beschäftigung im Bereich der Crowdwork sozialer zu gestalten.

I. Betriebsverfassungsrecht

Aus betriebsverfassungsrechtlicher Sicht ist fraglich, inwieweit Crowdworker in Betrieben, die Crowdsourcing einsetzen, eine Rolle spielen. Im Folgenden soll daher geklärt werden, ob Crowdworker überhaupt zur Betriebsratsfähigkeit eines Betriebs beitragen und ob sie wahlberechtigt oder sogar wählbar sind. Unabhängig davon stellt sich des Weiteren die Frage, welche Rechte ein bestehender Betriebsrat bei der Einführung und Anwendung von Crowdsourcing im Betrieb hat.

1. Anwendbarkeit des BetrVG

Um vom Schutz des Betriebsverfassungsgesetzes erfasst zu werden, müssten Crowdworker dem Geltungsbereich des Gesetzes unterfallen. Von den Regelungen des BetrVG erfasst sind alle Arbeitnehmer im Sinne des § 5 Abs. 1 BetrVG.715 Nach § 5 Abs. 1 S. 1 BetrVG fallen darunter alle Arbeiter und Angestellten einschließlich der zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten. § 5 Abs. 1 S. 2 BetrVG bezieht auch die in Heimarbeit Beschäftigten, die in der Hauptsache für den Betrieb arbeiten, in den Kreis der Arbeitnehmer im Sinne des BetrVG mit ein.716 Hierbei ist anerkannt, dass für die Auslegung von § 5 Abs. 1 S. 2 BetrVG unmittelbar auf den Begriff des Heimarbeiters nach § 2 Abs....

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