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Lagerliteratur

Schreibweisen – Zeugnisse – Didaktik

Series:

Edited By Saskia Fischer, Mareike Gronich and Joanna Bednarska-Kociolek

„Was ist Lagerliteratur?" lautet die Frage, der die Beiträge nachgehen, die in diesem Band versammelt sind. In drei Sektionen fragen die Beiträger*innen nach den ästhetischen Spezifika der Literatur aus Lagern und Ghettos, stellen bisher wenig erforschte Lagertexte vor und diskutieren didaktische Dimensionen der Auseinandersetzung mit Lagertexten.

Der Band verfolgt das Ziel, Lagerliteratur als einen eigenständigen ästhetischen Komplex zu profilieren und sein Verhältnis zur Holocaustliteratur genauer zu bestimmen. Lagerliteratur wird dabei als ein vielstimmiger literarisch-kultureller Kommunikationsprozess und als ein pluraler Diskurs vorgestellt, der immer auch die Reflexion darüber einschließt, wie diese Literatur sein kann und sein sollte. In diesem Sinne ist die Frage „Was ist Lagerliteratur?" als eine noch offene zu verstehen und der Band als eine Einladung, sich mit ihr zu beschäftigen.

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Erinnerungsbilder aus dem KZ Buchenwald am Beispiel von Ernst Wiecherts Der Totenwald: Monika Kucner (Łódź)

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Monika Kucner (Łódź)

Erinnerungsbilder aus dem KZ Buchenwald am Beispiel von Ernst Wiecherts Der Totenwald

Abstract: Ernst Wiechert wurde 1938 von den Nationalsozialisten in das KZ Buchenwald deportiert. Dort blieb er zwei Monate lang und wurde im August 1938 entlassen. Über den KZ-Aufenthalt berichtet er in dem Erinnerungstext Der Totenwald, den er 1939 niederschrieb und 1945 veröffentlichte. In Der Totenwald versucht sich der Autor auf eine subjektive Art und Weise mit den Ereignissen in einem KZ-Lager auseinanderzusetzen. Er bedient sich dabei der fiktiven Figur des Johannes, der als alter ego des Autors gelesen werden kann. Das Leben im KZ war für die Häftlinge ein andauerndes Martyrium. Wiechert zeigte die entsetzlichen Bedingungen in seinem Text und schilderte eine Grenzsituation zwischen Leben und Tod. Die Häftlinge litten an Hunger und Krankheiten. Ihr Leben war durch den brutalen Terror und die alltäglichen Mordtaten bedroht, häufig entschied der Zufall über das Überleben. Der Roman beschreibt nicht nur die Lagerwirklichkeit, sondern den Untergang jeglicher Humanität.

Schlüsselwörter: KZ Buchenwald, Ernst Wiechert, Erinnerungsliteratur

Der im polnischen Masuren geborene deutsche Schriftsteller Ernst Wiechert schrieb in den 1930er Jahren über seine ostpreußische Heimat und gewann Millionen Leser. Die Nationalsozialisten sahen in ihm einen Geistesgenossen, der sich mit ihrer Ideologie identifizierte. Als er sich jedoch 1933 und 1935 in öffentlichen Reden über die nationalsozialistische Kulturpolitik kritisch äußerte, sich dann mit Pastor Martin Niemöller und Eduard Spranger solidarisierte und sich dazu...

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