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Lagerliteratur

Schreibweisen – Zeugnisse – Didaktik

Series:

Edited By Saskia Fischer, Mareike Gronich and Joanna Bednarska-Kociolek

„Was ist Lagerliteratur?" lautet die Frage, der die Beiträge nachgehen, die in diesem Band versammelt sind. In drei Sektionen fragen die Beiträger*innen nach den ästhetischen Spezifika der Literatur aus Lagern und Ghettos, stellen bisher wenig erforschte Lagertexte vor und diskutieren didaktische Dimensionen der Auseinandersetzung mit Lagertexten.

Der Band verfolgt das Ziel, Lagerliteratur als einen eigenständigen ästhetischen Komplex zu profilieren und sein Verhältnis zur Holocaustliteratur genauer zu bestimmen. Lagerliteratur wird dabei als ein vielstimmiger literarisch-kultureller Kommunikationsprozess und als ein pluraler Diskurs vorgestellt, der immer auch die Reflexion darüber einschließt, wie diese Literatur sein kann und sein sollte. In diesem Sinne ist die Frage „Was ist Lagerliteratur?" als eine noch offene zu verstehen und der Band als eine Einladung, sich mit ihr zu beschäftigen.

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‚Ambivalente Naivität‘ als Kernkategorie empirischer Rezeption und Vermittlung von Lagerliteratur: John Boynes The Boy in the Striped Pyjamas in der Perspektive von Lehramtsstudierenden: Michael Penzold (München)

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Michael Penzold (München)

‚Ambivalente Naivität‘ als Kernkategorieempirischer Rezeption und Vermittlung vonLagerliteratur:John Boynes The Boy in the Striped Pyjamas inder Perspektive von Lehramtsstudierenden

Abstract: John Boynes The Boy in the Striped Pyjamas (2006) ist ein häufig unterrichtlich genutztes Werk der Jugendliteratur zum Thema KZ und Holocaust. Der Aufsatz zeigt, wie Lehramtsstudierende des Faches Deutsch im Rahmen eines Gesprächs ihr Verständnis dieses vom Autor selbst als Fabel bezeichneten Textes erarbeiten und diskutieren. Es wird nachgezeichnet, welche Kategorien sie entwickeln, um didaktisch belastbare Interpretationen der Figur des kindlichen, ‚naiven‘ Protagonisten Bruno zu erarbeiten.

Schlüsselwörter: John Boyne, Didaktik des Holocaust, ‚ignorance‘, Fabel

I.

Das 2006 erschienene Buch The Boy in the Striped Pyjamas (deutsch: Der Junge im gestreiften Pyjama) des irischen Autors John Boyne hat sich längst zu einem Klassiker der Jugendliteratur und mithin auch der ‚Holocaust‘-Literatur im Allgemeinen entwickelt. Obwohl der Autor selbst jedoch in seinem klugen Nachwort zur deutschen Übersetzung die Notwendigkeit einer narrativen Pluralität der ‚zahllosen Geschichten‘ über den Holocaust hervorhebt,1 scheint zumindest in Großbritannien eine etwas einfallslos wirkende Monokultur dieses Werkes im schulischen Gebrauch üblich zu sein. So erscheint es in der 2015 veröffentlichten Expertise des Londoner Centre for Holocaust Education folgerichtig als zentraler Gegenstand einer umfangreichen Befragung von britischen Schülerinnen und Schülern. Diese Studie mit dem etwas umständlichen Titel What do students know and understand about the Holocaust?2 stellt fest, dass...

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