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Die Vita des Josef Busnāyā

Eine historische Quelle des Nordiraks des 10. Jahrhunderts

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Ralph Barczok

Der Band ist die erste größere Studie zur Vita von Josef Busnāyā. Diese Quelle beschreibt in großem Detailreichtum das alltägliche Leben im 10. Jahrhundert in einem ostsyrischen Kloster und seinem ruralen Umfeld in einer ansonsten schlecht dokumentierten Zeit und Region. Der Autor veranschaulicht das alltägliche Leben im Kloster, seine ökonomische Grundlage und das Verhältnis der Mönche zu ihrem christlichen und nicht-christlichen Umfeld und analysiert es im Kontext seiner historischen Situation. Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme mit erstaunlichen Einsichten in das alltägliche, multireligiös geprägte Leben im Nordirak des 10. Jahrhunderts. Allerdings sind diesen durch die Natur der Quelle als hagiographischer Text Grenzen gesetzt.

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9. Resümee

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In seiner Einleitung schreibt Johannes bar Kaldun, dass er hoffe, dass seine Beschreibung der heiligen Eremiten eine „Geschichte wie ein ersehnenswertes Paradies voller geistiger Früchte“ sei.1057 Die Früchte, d. h. die Taten und das Vorbild der Eremiten, seien auf je ihre eigene Art und Weise süß und aromatisch und dem Leser eine Unterstützung. Für Johannes bar Kaldun endet hier der Vergleich des Klosters mit einem Paradies, in dem die fruchtreichen Bäume der Eremiten wachsen. Dieser Vergleich lässt sich jedoch noch erweitern, denn beschrieben werden nicht allein die spirituellen Früchte, sondern auch die Arbeit, die der Ernte vorausgeht. Die Bäume müssen von fleißigen Mönchen gepflegt und gewässert werden, damit sie sich voll entfalten können. Man muss den Garten auch vor Gefahren von außen und vor Krankheiten von innen schützen; und nicht jeder Setzling wird zu einem fruchttragenden Baum: Johannes bar Kaldun geht in seiner Vita über eine bloße Aufzählung von Wundergeschichten heiliger Eremiten hinaus. Die vorliegende Arbeit wollte diesen altbekannten Text als Quelle neu erschließen und so für die Geschichte der Region fruchtbar machen. Dabei sollte vor allem der Text selbst zur Sprache kommen, weswegen seine quellenkritische Untersuchung und Bearbeitung im Vordergrund stand. Wo es sinnvoll erschien, wurde zum besseren Verständnis auf weitere Quellen, vor allem aus der vorausgegangenen Zeit, zurückgegriffen. Aufgrund des hagiographischen Charakters des Texts und der damit verbundenen Interessen des Johannes bar Kaldun sind die Themen der...

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