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Lebendiger Islam

Praxis- und Methoden-Reflexion der islamisch-theologischen Studien in Deutschland

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Edited By Katharina Völker and Ertuğrul Şahin

Vorliegender Sammelband ist das Ergebnis der Forscher-Werkstatt Lebendiger Islam, welche 2019 an der Eberhard Karls Universität in Tübingen stattfand. Die AutorInnen gewähren Einblicke in Methoden und Ergebnisse ihrer mehrjährigen Studien, die vor allem muslimisches Leben im Hier und Jetzt ergründen. Sowohl die Lebendigkeit als auch die Ergiebigkeit der jungen Wissenschaftsdisziplin Islamische Theologie lassen sich hier am regen wissenschaftlichen Diskurs aber auch in den Praxisräumen des angewandten Muslim-Seins erkennen. Die Beiträge stammen von MitarbeiterInnen der Zentren für Islamische Studien in Frankfurt/Gießen und für Islamische Theologie in Tübingen, sowie dem Lehrstuhl für sozialwissenschaftliche Erforschung des Islam im Europa des 20. und 21. Jahrhunderts in Münster.    

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8 Funktionale, strukturelle und epistemische Determinanten des Etablierungsprozesses der Islamisch-Theologischen Studien: (Ertuğrul Şahin)

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8 Funktionale, strukturelle und epistemische Determinanten des Etablierungsprozesses der Islamisch-Theologischen Studien

Ertuğrul Şahin

Noch vor einem Dutzend Jahren waren wir weit von einer genaueren Vorstellung entfernt, wann überhaupt und wie die Islamische Theologie als eigenständiges universitäres Fach in Deutschland eingeführt und institutionalisiert werden kann.1 Die ersten Aufforderungen und Überlegungen für eine akademische Theologie des Islams waren zwar angestellt, jedoch noch mit keiner konkreten Hoffnung und Erwartung verbunden. Eine ausgereifte Idee und die politische und institutionelle Bereitschaft ließen noch auf sich warten. Es mussten also noch für die Einführung der Islamischen Theologie plädiert und plausible Gründe hierfür gefunden werden.2

In der Lehr- und Forschungspraxis der Vorreiterinstitutionen hatte man angefangen theologische Inhalte zu behandeln, ohne überhaupt weder über die Eignung des Begriffs der „Theologie“ im islamischen Kontext und den disziplinären Forschungsgegenstand noch die Wissenschaftlichkeit annähernd diskutiert zu haben. Genauso wenig herrschte Klarheit darüber, wie eine Islamische Religionspädagogik, die ab 2003 vor der Islamischen Theologie eingeführt worden war, sowohl islamtheologisch als auch innerhalb des universitären Raums fachlich wie institutionell zu verorten ist: Ist sie ein eigenständiges Fach oder eine Subdisziplin, gar eine Sub-Subdisziplin der Islamischen Theologie, wenn wir sie analog zu christlichen Theologien der Praktischen Theologie zuordnen?

Den zügigen institutionellen Durchbruch verdanken wir mehreren Faktoren, worüber reichlich geschrieben und berichtet wurde.3 Die plötzliche ←157 | 158→wissenschaftspolitische Wende, die als Initialzündung zu betrachten ist,...

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