Show Less
Restricted access

Hebammen, Ärzte und ihr ‚Rosengarten‘

Ein medizinisches Handbuch und die Umbrüche in der Obstetrik des 15. und 16. Jahrhunderts

Series:

Theresa Hitthaler-Frank

Mit dem Aufkommen der ersten deutschsprachigen Hebammenordnungen ab der Mitte des 15. Jahrhunderts kam es zu Kompetenzverschiebungen innerhalb der Geburtshilfe und zur Kontrolle von Hebammen durch Stadträte und Ärzte. Gleichzeitig erschienen die ersten gedruckten deutschsprachigen Hebammenlehrbücher, die von männlichen Autoren explizit an Frauen und Geburtshelferinnen adressiert wurden. ‚Der Swangern Frauwen vnd hebam(m)en Rosegarten‘ (1513) von Eucharius Rösslin beantwortet Fragen zur Praxistauglichkeit der Lehrbücher und zeigt die Rolle männlicher Mediziner und Praktiker innerhalb der Geburtshilfe auf. Diese Forschungsarbeit beleuchtet neben dem Hebammenwesen am Beginn seiner Professionalisierung auch den Buchdruck und seine Rolle bei der Verbreitung obstetrischen Wissens.

Show Summary Details
Restricted access

4.2 Ein Einblick in die Praxis: Edition handschriftlicher Notizen

Extract



Das Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek mit der Signatur Res/A.obst. 104c, 1529 in Straßburg von dem Verleger Balthasar Beck gedruckt, überliefert auf insgesamt elf Blättern handschriftliche Beifügungen; zwei davon befinden sich am Ende des Buches und weisen eine jüngere Handschrift und Orthographie auf. Es ist ersichtlich, dass es sich bei diesen beiden Seiten um Rezepte und deren Inhaltsstoffe handelt, die eindeutig von einer anderen Schreiberhand verfasst wurden. Die Jahreszahl 1768 am oberen Rand der ersten Seite bestätigt das jüngere Entstehungsdatum der Notizen. Aufgrund dieser differenten zeitlichen Einordnung wurden diese zwei Seiten in die folgende Edition und Diskussion nicht miteingebunden.

Bei den restlichen Notizen handelt es sich, mit Ausnahme der ersten beiden Blätter, um Marginalien, die am Rande des Textes sowie zwischen einzelnen Absätzen des Buches niedergeschrieben wurden. Sie wurden mit schwarzer Tinte verfasst und befinden sich alle im ersten Drittel des Buches. Meist sind die deutschsprachigen handschriftlichen Passagen nur wenige Sätze lang und beziehen sich auf den nebenstehenden Text. Bei den bereits erwähnten ersten beiden Seiten handelt es sich um zwei Vorsatzblätter des Bandes. Diese sind vollständig beschrieben und wurden durch die Ziehung von Linien in sieben Abschnitte gegliedert.



Abb. 3: Bayerische Staatsbibliothek München, Res/A. obst. 104: Image 5, fol. 2r.



Abb. 4: Bayerische Staatsbibliothek München, Res/A. obst. 104: Image 6, fol. 2v.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.