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Linguistic Landscapes im deutschsprachigen Kontext

Forschungsperspektiven, Methoden und Anwendungsmöglichkeiten

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Edited By Evelyn Ziegler and Heiko F. Marten

Die Erforschung von Sprache im öffentlichen Raum (Linguistic Landscapes, LL) hat sich in den vergangen 20 Jahren als Teilgebiet der Soziolinguistik, der Semiotik und anderer Disziplinen fest etabliert. Der vorliegende Band gibt einen Überblick zu zentralen Ansätzen der LL-Forschung mit einem Bezug zur deutschen Sprache. Die Beiträge stellen aktuelle Studien aus dem deutschsprachigen Raum, zu Deutsch als Minderheitensprache sowie aus Ländern mit einer ausgeprägten DaF-Tradition vor. Sie thematisieren sprachstrukturelle und soziolinguistische ebenso wie didaktische, methodische und technologische Aspekte. Damit trägt der Band zu einer Systematisierung der deutschsprachigen LL-Forschung bei, gibt Impulse für internationale Diskussionen und benennt wichtige Desiderata.

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Der öffentliche Raum an den Universitäten als Lernumfeld: Zur visuellen Repräsentation der Mehrsprachigkeit an der Universität Tallinn und ihrer Wahrnehmung durch die Studierenden

Maris Saagpakk / Catlyn Kirna / Mihkel Roomet

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Abstract This chapter presents the results of a linguistic landscape project, focused on multilingualism, which was conducted at Tallinn University in the spring term 2019. In a first step, the students of different disciplines documented in a quantitative study all signs in the publicly open and accessible facilities of Tallinn University. In a second step, on the basis of the collected data, the students developed different research questions as well as suggestions and ideas for the development and improvement of multilingualism on the campus of Tallinn University. The chapter documents and discusses the learning process of the students and offers a quantitative analysis of the linguistic landscape, as it was captured during this study at Tallinn University in spring 2019.

Keywords: school-scapelinguistic landscapemultilingualismproject-based learning

Seit der Wiedererlangung der Unabhängigkeit im Jahre 1991 beschreitet die Republik Estland zusammen mit den meisten anderen Ländern der Welt den Weg zu einer stets wachsenden Internationalisierung. Am 1. Mai 2004 trat Estland der Europäischen Union bei. Der Beitritt öffnete das Land für einen internationalen Waren-, Personen- und Informationsverkehr in einem bisher ungekannten Ausmaß. In diesem Zusammenhang wuchs auch das Bedürfnis, für Sprecher unterschiedlicher Muttersprachen verständlich zu sein. Estland ist während seiner chronikalisch erfassten Geschichte niemals ein monolinguales Land gewesen, es wurden hier neben der Mehrheitssprache Estnisch von den größeren Minderheiten auch Deutsch, Russisch und in geringerem Umfang auch Schwedisch gesprochen (Rannut 2010: 13–14), hinzu ←355 | 356→mischten sich in unterschiedlichen Zeiten...

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