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Korruption und Compliance im Sport

Gegenstand, Umfang und Folgen der Korruptionspräventionspflicht im Sportverein

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Marie Vaudlet

Der Sport besitzt in der Gesellschaft eine herausragende Bedeutung, wodurch der sportliche Wettkampf auch zunehmend einen erheblichen Wirtschaftsfaktor darstellt. Hierdurch verstärken sich gleichzeitig die Risiken einer strafbaren Manipulation dieses Wettbewerbs, bspw. durch Doping oder Matchfixing. Gleichwohl spielt das Thema Compliance im Vereinsrecht bislang noch eine eher untergeordnete Rolle. Die Arbeit stellt die sportspezifischen, strafrechtlichen Risiken eines Sportvereins dar, deren Analyse die Grundlage der Präventionsarbeit bildet, und zeigt konkrete Maßnahmen zur Erfüllung der Präventionspflicht auf. Zudem werden die möglichen straf-, zivil- und ordnungswidrigkeitsrechtlichen Folgen einer mangelhaften oder fehlenden Ausübung dieser Pflicht beschrieben.

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E. Verhinderung von strafbarem Handeln im Sportverein und -verband

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Die aufgezeigten (möglichen) strafbaren Handlungen von Mitarbeitern und Mitgliedern eines Sportvereins und -verbands können zu großen Reputationsschäden führen. Besonders deutlich wird dies am Beispiel der etlichen Dopingfälle in der Tour de France. Die Live-Übertragung des Radrennens im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wurde zwischenzeitlich aus diesem Grund eingestellt.646 Auch zogen sich Sponsoren, wie bspw. T-Mobile, aus dem Sponsoring zurück.647 Sportvereine sollten sich dabei nicht auf die abschreckende Wirkung der Strafgesetze verlassen, um strafbares Verhalten der Mitarbeiter und Mitglieder aus dem Verein fernzuhalten.648 Um Reputations- oder Vermögensschäden zu vermeiden empfiehlt es sich für den Verein, entsprechende Maßnahmen zur Vorbeugung vorzunehmen.

Zunächst stellt sich die Frage, ob der Verein nicht nur aus Eigeninteresse (und somit freiwillig) tätig werden sollte, sondern vielmehr dazu verpflichtet ist, Compliance-Maßnahmen einzuführen. Zudem ist zu klären, welche Personen im Verein zur entsprechenden Ausführung verpflichtet sind. Nachdem die Reichweite einer Compliance-Pflicht geprüft wurde, wird zuletzt die inhaltliche Ausgestaltung bestimmt.

Der Begriff Compliance stammt aus der angelsächsischen Rechtsterminologie und bedeutet in etwa „Einhaltung, Befolgung, Übereinstimmung“649 mit bestimmten Geboten. Grds. heißt dies erst einmal nichts anderes, als dass Unternehmen, seine Organe und Mitarbeiter im Einklang mit allen gesetzlichen und unternehmensinternen Geboten und Verboten handeln müssen.650 Neben der (eigentlich selbstverständlichen) Gesetzestreue umfasst Compliance zudem auch die Frage, wie die Einhaltung dieser Vorgaben innerhalb eines Unternehmens ←129 | 130→sichergestellt werden kann651 und durch welche Maßnahmen Risiken fr...

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