Show Less
Restricted access

Das Verhältnis von Mensch und Maschine im Werk Heinrich Hausers

Series:

Mirjam Schubert

Diese Monografie ist die erste umfassende literaturwissenschaftliche Analyse des Gesamtwerks des Schriftstellers, Journalisten, Fotografen und Dokumentarfilmers Heinrich Hauser (1901−1955). Im Fokus steht eine für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts typische Schlüsselfrage nach dem Verhältnis zwischen Mensch und Maschine. Die Autorin beleuchtet das künstlerische Schaffen Hausers vor dem Hintergrund seiner ideen- und kulturgeschichtlichen Provenienz und zeigt, wie Hauser in seinen Werken den allgemeinen Krisendiskurs der Moderne aufgreift. Darüber hinaus liefert die Publikation einen kritischen Einblick in die Biografie eines Vertreters des Literatursystems der Weimarer Republik, der NS-Zeit und des Exils, der sich einer vereinfachenden Kategorisierung der Literaturgeschichte entzieht.

Show Summary Details
Restricted access

4. Das Verhältnis von Mensch und Maschine in Hausers Werk: Ausprägungen einer Beziehung

Extract

In welchem Verhältnis stehen Mensch und Maschine zueinander? In Hausers Werk lassen sich ganz unterschiedliche Arten finden, wie das Betrachten und Wahrnehmen von Maschinen geschildert wird. Aus diesen Wahrnehmungsbeschreibungen lassen sich unterschiedliche Ausprägungen dieser Beziehung ableiten, die im Folgenden dargestellt und analysiert werden sollen.

Fokussiert sich der Mensch in erster Linie auf den Zweck einer Maschine, darauf, wozu sie verwendet wird, dann betrachtet er sie aus einer funktionalen, recht nüchternen Perspektive.321 Eine Maschine im Hinblick auf ihren Zweck wahrzunehmen, liegt nahe und ergibt sich fast von selbst, denn der Zweck ist in der Maschine per se angelegt.

Im Werk Heinrich Hausers – insbesondere in seinen Reportagen – begegnen der Leserin und dem Leser häufig sogenannte Werkzeugmaschinen wie Bohrmaschinen, Friktionspressen und Schleifmaschinen. Diese Maschinen zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch eine beliebige Kraft von außen angetrieben werden und ein Material oder einen Werkstoff formen und verändern. Solche Werkzeugmaschinen kommen quantitativ in Hausers Werk sehr häufig vor. Sie gehören zur großen Gruppe der Arbeitsmaschinen, zu der neben den formverändernden auch die ortsverändernden Arbeitsmaschinen zählen. Zu letzterer Kategorie gehören alle Arten von Fahrzeugen. Beide Gruppen haben ganz bestimmte Funktionen und dienen bestimmten Zwecken: der Arbeit und der Fortbewegung.

In seinen Reportagen legt Hauser einen klaren Fokus auf Maschinen, die in Fabriken stehen und zur industriellen Produktion genutzt werden. Andere Arbeitsbereiche, in denen typischerweise ebenfalls Werkzeugmaschinen zum Einsatz kommen, wie beispielsweise die Hausarbeit, spielen in Hausers...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.