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Kulturwissenschaftlich-interkulturelle Linguistik

Kommunikationstheoretische Grundlegungen, interkulturelle Dimensionen und fremdsprachendidaktische Perspektiven

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Veronika Elisabeth Künkel

Die enge Verbindung zwischen Sprache und Kultur ist eine Grundidee der kulturwissenschaftlich-interkulturellen Linguistik sowie der Fremdsprachendidaktik. Ausgehend von kommunikationstheoretischen Ansätzen untersucht die Autorin, wie genau sich die Brennpunkte dieser Verflechtung ausgestalten. Darauf basierend erfasst sie systematisch die Voraussetzungen für erfolgreiche, sozial erfolgreiche und selbstbestimmte Kommunikation – auch unter Bedingungen der Fremd- und Mehrsprachigkeit. Die entwickelte interkulturell orientierte Theorie der Kommunikation bildet schließlich die Grundlage für den anwendungsbezogenen Teil der Studie. Dieser zeigt klare Perspektiven für die Sprach- und Kulturvermittlung auf.
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1 Einführung

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1Einführung

1.1Von der kulturwissenschaftlich-interkulturellen Linguistik zum sprach- und kulturintegrativen Fremdsprachenunterricht: Themenaufriss und Fragestellung

Sprache und Kultur sind aufs Engste miteinander verbunden. Diese Idee bestimmt die Beschäftigung mit Sprache bereits bei Johann Gottfried Herder, Wilhelm von Humboldt, Friedrich Schleiermacher und Jacob Grimm (vgl. Jäger 2006: 28–29; Senft 2006: 88–91). Jedoch ist für die Linguistik, die sich im 19. Jahrhundert aus der Philologie heraus als eigenständiges Fach entwickelt, ein „fortschreitender Entflechtungsprozess“ (Jäger 2006: 32) zu beobachten. Dieser führt v.a. in den linguistischen Hauptströmungen zu einer Vernachlässigung der kulturellen Dimensionen von Sprache und schließlich zu deren Auslagerung in andere Disziplinen (vgl. Ehlich 2006: 60). Ehlich (2006: 60) nennt hier „die Psychologie (Bühler), die Philosophie (Wittgenstein, Austin), die Sozialanthropologie (Hymes, Gumperz), die sich der abgespaltenen Aspekte von Sprache annehmen“. Eines der wohl prominentesten Beispiele hierfür stellt die Sapir-Whorf-Hypothese dar, in der im anthropologischen Zugriff auf ganz ähnliche Weise wie bereits bei Herder, Humboldt und Schleiermacher die Zusammenhänge zwischen Sprache, Denken und Weltbild beschrieben werden (vgl. Senft 2006: 93–94).

Seit etwa der Jahrtausendwende ist im deutschsprachigen Fachdiskurs jedoch eine Wiederentdeckung der philologischen Traditionen der Sprachwissenschaft beobachtbar, welche sich durch ein vermehrtes Aufgreifen kulturwissenschaftlicher Fragestellungen in der Linguistik bemerkbar macht:

Natürlich gehört Sprache zur Kultur, und ‚natürlich‘ ist Sprache auf Kultur angewiesen, und ‚natürlich‘ kommt Kultur in und durch Sprache zum Ausdruck. Und wenn ein Linguist Sprache als...

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