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Carl Clemen und die Religionsgeschichte

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Ulrich Vollmer

Carl Clemen (1865–1940) nimmt in der Forschungsgeschichte der Religionswissenschaft einen besonderen Platz ein. Er war der Erste, der das Fach in Deutschland nicht an einer Theologischen, sondern an einer Philosophischen Fakultät vertreten hat. Dieses Buch zeichnet seinen Weg von der Theologie und der Beschäftigung mit den Religionen in der Umwelt des frühen Christentums zu einer historisch-philologisch arbeitenden Religionswissenschaft nach. Vor dem Hintergrund der internationalen Fachgeschichte stellt der Autor seine Beiträge sowohl zur Erforschung einzelner Religionen als auch zur Klärung systematischer Fragestellungen vor. Abschließend verfolgt er seine Tätigkeit nach der altersbedingten Emeritierung im Jahr 1933, die ihn als einen konsequenten Gegner des Nationalsozialismus ausweist.

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7. Statt eines Nachworts: Ein bio-bibliographisches Nachspiel (oder: Wie die Theologische Literaturzeitung zu ihrem Untertitel kam)1

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Mit dem Lehrauftrag an Gustav Mensching im April 1936 und mit dessen Ernennung zum Direktor des Religionswissenschaftlichen Seminars der Universität Bonn war die Kontinuität des Lehrangebots in diesem Fach – zumindest im Grundsatz und unter recht prekären Rahmenbedingungen – gesichert. Carl Clemen konnte sich also mit einer gewissen Genugtuung aus seiner Lehrtätigkeit zurückziehen. Die lange gewünschte Zusammenarbeit mit einem um mehr als eine Generation jüngeren Fachkollegen setzte nun aber offensichtlich neue Energien frei. Am 15. November 1936 jedenfalls wandte sich Carl Clemen in einem längeren Brief an Hermann Mulert, der von 1932 an zunächst Mitherausgeber, zum besagten Zeitpunkt aber alleiniger Herausgeber der Zeitschrift Die Christliche Welt war.2 Die Zeitschrift erschien in dem damals noch in Gotha ←419 | 420→angesiedelten Leopold Klotz Verlag.3 1937 wurde der Verlagseigentümer Leopold Klotz zugleich Geschäftsführer des J. C. Hinrichs Verlags in Leipzig, dessen Archiv allerdings im Zweiten Weltkrieg weitgehend vernichtet wurde.4 Hier nicht näher nachzuzeichnende Umstände haben aber dazu geführt,5 dass eine Reihe von Aktenstücken teils nur lückenhaft, teils aber erstaunlich vollständig erhalten blieb. In diesem Bestand findet sich eine maschinenschriftliche Kopie des besagten Schreibens von Carl Clemen an Hermann Mulert.6 Nach dem einleitenden Gruß („Sehr verehrter und lieber Herr Kollege“) kam Clemen gleich zur Sache:

Gestatten Sie, dass ich Ihnen folgenden kühnen Plan zur wohlwollenden Erwägung unterbreite. Herr Kollege Mensching und ich sind der Meinung, dass wir auch in Deutschland ein Organ haben...

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