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Pflegerische Versorgung alter Menschen

Qualität – Konzepte – Rahmenbedingungen Festschrift für Prof. Dr. Stefan Görres

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Edited By Ingrid Darmann-Finck and Heike Mertesacker

Die Pflege hat eine zentrale Rolle in der Versorgung alter Menschen. Sie trägt dazu bei, dass alte Menschen trotz Einschränkungen, z.B. in der Selbstständigkeit, ein Leben in Würde und Selbstbestimmung führen können. Renommierte Autorinnen und Autoren konkretisieren, welches genau das Ziel der Pflege von alten Menschen sein soll und wie die Qualität in der Langzeitpflege weiterentwickelt und gemessen werden kann. Weitere Beiträge thematisieren Herausforderungen und Konzepte in der spirituellen Begleitung von zu pflegenden Menschen und hinsichtlich des Einsatzes von digitalen Technologien. Schließlich werden rechtliche und qualifikatorische Rahmenbedingungen diskutiert sowie Chancen und Desiderata von Pflegeforschung herausgearbeitet.

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Pflegeforschung in Deutschland – Notwendigkeit einer neuen Agenda Pflegeforschung

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Sabine Bartholomeyczik / Doris Schaeffer

Als im Jahr 2019 das 30jährige Jubiläum der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft gefeiert wurde, war dies eine gute Gelegenheit, auf die etwa dreißigjährige Tradition von Pflegeforschung in Deutschland zurückzublicken. Auch Stefan Görres, dessen Ausscheiden aus der Universität Anlass für dieses Buch ist, gehört zu dieser „Gründungs“generation (Görres, 1992) und auch zu den Autoren der Agenda Pflegeforschung (Behrens & Görres & Schaeffer & Bartholomeyczik & Stemmer, 2012). Wir nehmen dies zum Anlass, einen Rückblick auf die Entwicklung der Pflegeforschung in Deutschland zu werfen, um darauf aufbauend Desiderata für eine Überarbeitung der Agenda Pflegeforschung zu benennen.

Die Entwicklung von Pflegewissenschaft und -forschung ist eng miteinander verwoben und deshalb sollen zunächst einige Besonderheiten von Pflegewissenschaft in den Blick genommen werden. Pflegewissenschaft wurde in Deutschland explizit mit dem Ziel etabliert, die Modernisierung und Professionalisierung und somit auch wissenschaftliche Fundierung dieses traditionsreichen praktischen Berufs (Schaeffer, 1999; 2012) einzuleiten – ein ambitioniertes Ziel bei einem Beruf, der auf christlicher Nächstenliebe basiert und Wissenschaftlichkeit nicht als relevant für sich ansah, sondern der angestrebten eigenen Verwissenschaftlichung eher distanziert gegenüberstand. Als relevante Wissenschaft, auf die sich Pflege bezog, wurde die Medizin betrachtet, die in weiten Teilen die Ausbildungsinhalte bestimmte (Botschafter & Steppe, 2004; Ostner & Beck-Gernsheim, 1979). Pflegen selbst wurde als Praxislernen, eher noch als Imitationslernen vermittelt.

Forderungen nach Akademisierung und Forschungsbasierung der Pflege lösten in vielen Praxisfeldern...

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