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Peer-Gespräche in der Schule

Beobachtungen zum mündlichen Sprachgebrauch im Spannungsfeld zwischen Institution und Identitätsentwicklung im Jugendalter

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Benjamin Könning

Peer-Gesprächen in der Schule wird von Erwachsenen gemeinhin wenig Beachtung geschenkt. Was aus Perspektive mancher Erwachsener wie belangloser Small-Talk unter Jugendlichen erscheint, erweist sich aus Sicht der Gesprächsforschung als hoch funktional im Schulalltag. Der Band präsentiert analytische Einblicke in Gesprächsaufnahmen von Schülerinnen und Schülern im Schulalltag verschiedener Schulformen und Altersstufen. Das Buch liefert neue Erkenntnisse über das Gesprächsverhalten, Positionierungsaktivitäten, Themenfelder sowie jugend- und institutionstypische Ausdrucksweisen der untersuchten Gespräche.

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3. Zusammenstellung und Umsetzung der Erhebungen

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Die empirischen Erhebungen der Arbeit setzen sich aus Tonaufnahmen von Peer-Interaktion während des Schulalltags sowie einem Schülerfragebogen zum Thema zusammen. Die erhebungsmethodischen Überlegungen werden im folgenden Kapitel dargelegt und es wird der hieraus resultierende Aufbau des Datenkorpus dieser Arbeit beschrieben.

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf der Beschreibung sich verfestigender interaktiver Praktiken auf verschiedenen Ebenen des Sprachgebrauchs22, die mittels (anonymer) Tonaufnahmen (vgl. Dittmar 2017: 58) informeller Schülergesprächen in der Schule festgehalten wurden. Flankierend wurde ein Fragebogen (s. Anhang) eingesetzt, der dazu dient, ethnografische Hintergrundinformationen über die Sprechergruppen in Erfahrung zu bringen. Sie können Aufschluss über Phänomene der sozialen Praxis in Schulpausen – als prototypischem Schauplatz von Peer-Gesprächen im Schulalltag – geben, die durch reine Tonaufzeichnungen nicht zu ermitteln sind und dennoch für das kommunikative Erleben und Verhalten wichtig sind (Aufenthaltsort, Gruppenstärke, übliche Gesprächsthemen etc.). Die Konzeption der Fragebögen erfolgte anhand von Vorstudien und kleineren Vorerhebungen (s. Kap. 3.2). Die Fragebögen dienen somit der quantifizierenden Bestätigung bestimmter sprachlicher Phänomene sowie der Exploration bestimmter nicht-sprachlicher Praktiken im schulischen Kontext, die für die Peerkommunikation relevant sind. Durch die Kombination bzw. Triangulation (vgl. hierzu Flick 2009: 163; Diekmann 2011: 543) der Daten wird versucht, den methodischen Einschränkungen beider Datentypen Rechnung zu tragen und diese abzumildern. Dies hat den Vorteil auf blinde Flecke eines Datentyps stoßen zu können oder auf scheinbare Widersprüche zwischen den Analysen der beiden Datentypen aufmerksam zu werden.

Die Methodendiskussion zu...

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