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Peer-Gespräche in der Schule

Beobachtungen zum mündlichen Sprachgebrauch im Spannungsfeld zwischen Institution und Identitätsentwicklung im Jugendalter

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Benjamin Könning

Peer-Gesprächen in der Schule wird von Erwachsenen gemeinhin wenig Beachtung geschenkt. Was aus Perspektive mancher Erwachsener wie belangloser Small-Talk unter Jugendlichen erscheint, erweist sich aus Sicht der Gesprächsforschung als hoch funktional im Schulalltag. Der Band präsentiert analytische Einblicke in Gesprächsaufnahmen von Schülerinnen und Schülern im Schulalltag verschiedener Schulformen und Altersstufen. Das Buch liefert neue Erkenntnisse über das Gesprächsverhalten, Positionierungsaktivitäten, Themenfelder sowie jugend- und institutionstypische Ausdrucksweisen der untersuchten Gespräche.

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4. Methodologische Zugänge

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Grundsätzlich ist diese Arbeit von der ethnografischen Grundidee geleitet, Menschen beim Vollzug ihrer Praktiken in ihren situativen und institutionellen Kontexten zu beobachten. Hierzu werden im Folgenden einige methodologische Reflexionen angestellt, die darlegen sollen, welches Grundverständnis von sozial und situativ eingebettetem Sprachgebrauch dieser Arbeit zugrunde liegt (Kap. 4.1 u. Kap. 4.2). Darüber hinaus sollen Prinzipen und Abläufe der Datenanalysen beschrieben werden (Kap. 4.3), um daran anschließend die leitenden Forschungsfragen der Arbeit zusammenfassend darzulegen (Kap. 4.4).

Unter mündlicher Kommunikation lässt sich die Verständigung zwischen mindestens zwei Interaktionspartnern im Zusammenspiel der Produktion und Rezeption von mündlicher Sprache einschließlich aller stimmlich-prosodischen Erscheinungen und der Körpersprache in Form von Gestik, Mimik und Proxemik fassen. Mündliche Kommunikation vollzieht sich auf diesen Ebenen gleichzeitig und parallel, was auch als Multimodalität der Kommunikation bezeichnet wird und gesprochene von geschriebener Sprache grundlegend unterscheidet. Eine Entsprechung zu nonverbaler und paraverbaler Kommunikation gibt es in der schriftlichen Kommunikation nicht (vgl. Fiehler 2012: 26f).

Lange hat sich die wissenschaftliche Beschäftigung mit Sprache vor allem auf die schriftlich-literarische Äußerungsform beschränkt. In ihrer Entstehung war die heute gültige Standardsprache (auch Hoch- oder Schriftdeutsch genannt) eine gelehrte Schriftsprache. Sie entwickelte sich vor allem an der Sprache der Bibel und in der Auseinandersetzung mit religiösen Texten (vgl. Löffler 2010: 80). Die explizite Hinwendung zur Mündlichkeit als empirischem Forschungsgegenstand hat sich wissenschaftshistorisch erst relativ spät vollzogen, da sie in akademischen Kreisen gegen...

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